Musiktheorie · Harmonielehre
Wie der Quintenzirkel funktioniert, was Paralleltonarten sind, wie Stufenakkorde aufgebaut werden und warum benachbarte Tonarten so gut zusammenklingen.
Grundlagen
Der Quintenzirkel ordnet alle 12 Tonarten im Kreis an, jeweils im Abstand einer reinen Quinte (7 Halbtonschritte). Bewegt man sich im Uhrzeigersinn, steigt die Tonart um eine Quinte — dabei erhält jede neue Tonart genau ein Kreuz mehr in ihrer Tonleiter. Gegen den Uhrzeigersinn sinkt die Tonart um eine Quinte, jede Tonart erhält ein B mehr.
Benachbarte Tonarten im Quintenzirkel teilen 6 von 7 Tönen — deshalb klingen Modulationen zwischen ihnen so natürlich und weich. Ein Sprung von C-Dur zu G-Dur klingt vertrauter als zu Fis-Dur, weil C und G nur einen Quintschritt auseinanderliegen.
Jede Durtonart hat eine Paralleltonart in Moll mit identischen Vorzeichen. Die Molltonart beginnt 3 Halbtonschritte unterhalb der Durtonart.
| Durtonart | Vorzeichen | Paralleltonart |
|---|---|---|
| C-Dur | keine | a-Moll |
| G-Dur | 1 Kreuz (Fis) | e-Moll |
| D-Dur | 2 Kreuze | h-Moll |
| A-Dur | 3 Kreuze | fis-Moll |
| E-Dur | 4 Kreuze | cis-Moll |
| F-Dur | 1 b (B) | d-Moll |
| B-Dur | 2 b | g-Moll |
| Es-Dur | 3 b | c-Moll |
| As-Dur | 4 b | f-Moll |
In jeder Tonart gibt es 7 natürliche Akkorde — je einen auf jeder Stufe der Tonleiter. Drei davon sind besonders wichtig:
Die Kadenz I → IV → V → I (z.B. C → F → G → C) ist das Grundgerüst von Blues, Rock, Pop und Country. Sie funktioniert in jeder Tonart gleich.
| Stufe | Akkord | Typ | Funktion | Modus |
|---|---|---|---|---|
| I | C | Dur | Tonika | Ionisch |
| II | Dm | Moll | Subdominantparallele | Dorisch |
| III | Em | Moll | Dominantparallele | Phrygisch |
| IV | F | Dur | Subdominante | Lydisch |
| V | G | Dur | Dominante | Mixolydisch |
| VI | Am | Moll | Tonikaparallele | Äolisch |
| VII | Bdim | vermindert | Leittonakkord | Lokrisch |