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I

Metronom

Tempo · Taktart · Unterteilung · Akzente

120
♩ = BPM
Moderato

Tipp auf einen Schlag: Akzent · normal · stumm

Tempo
Taktart
4
Unterteilung
Klang
Lautstärke

Programmheft. Die erste Zählzeit — die Eins — leuchtet im Messington. Tippen übernimmt dein Tempo, die Unterteilung legt Achtel, Triolen oder Sechzehntel unter den Puls, und jeder Schlag lässt sich per Fingertipp betonen oder stummschalten. Die Leertaste startet und stoppt.

II

Stimmgerät

Chromatisch · Instrument-Presets · Kammerton wählbar

Instrument
—
— Hz
−50−250+25+50
— Cent
Mikrofon aktivieren, dann einen Ton spielen.
Kammerton A 440 Hz
Gitarre · E A D G H e

Tipp auf eine Saite spielt den Referenzton zum Stimmen nach Gehör.

Anmerkung. Ein einziger gezupfter Leersaitenton reicht — nicht greifen. Die passende Saite leuchtet golden, die Nadel zeigt die Abweichung in Cent. Über Kammerton A stimmst du auf 440, 442 oder historische Stimmtöne; Mikrofonzugriff erfordert HTTPS.


Programmheft · № I

Über das Metronom

Ein kurzer Begleiter zu Tempo, Takt und der Disziplin des stetigen Pulses.

Eine kurze Geschichte

Das mechanische Metronom, wie wir es heute kennen, wurde 1815 von Johann Nepomuk Mälzel patentiert und basiert auf früheren Arbeiten von Dietrich Nikolaus Winkel. Schon wenige Jahre später setzte Beethoven M.M.-Angaben — Mälzels Metronom — über die Notenzeilen seiner Sinfonien, und ein ganzes Vokabular messbarer Tempi zog in die Partitur ein. Heute lebt dieselbe Idee in ein paar Zeilen JavaScript: eine präzise Uhr, ein Klick und ein stetiger visueller Puls.

Was BPM wirklich bedeutet

BPM steht für Schläge pro Minute (engl. beats per minute). 60 BPM bedeutet einen Schlag pro Sekunde; 120 BPM bedeutet zwei Schläge pro Sekunde — das natürliche Tempo eines zügigen Spaziergangs. Welcher Notenwert den Schlag trägt, gibt die untere Zahl der Taktart vor: Im 4/4-Takt ist das die Viertel, im 6/8-Takt die punktierte Viertel (oder, beim langsamen Üben, die Achtel). Den richtigen Bezugswert zu setzen, ist wichtig: Ein „6/8 bei 80“ kann je nachdem, ob man Achtel oder punktierte Viertel zählt, sehr Verschiedenes bedeuten.

Italienisches Tempo-Vokabular

Lange vor den BPM-Zahlen benutzten Komponisten italienische Wörter, um Charakter und Tempo eines Satzes zu beschreiben. Diese Angaben sind bis heute nützlich, weil sie das Gefühl beschreiben, nicht nur die Geschwindigkeit:

Largo
breit, sehr langsam40–60
Adagio
gemächlich, langsam66–76
Andante
im Schritttempo76–108
Moderato
mäßig108–120
Allegro
lebhaft, schnell120–156
Vivace
lebendig156–176
Presto
sehr schnell168–200
Prestissimo
so schnell wie möglich200+

Wie man mit dem Metronom übt

Der häufigste Fehler ist, gleich im Aufführungstempo zu beginnen. Starte stattdessen in einem Tempo, in dem die Stelle wirklich sauber sitzt — jeder Ton an seinem Platz, jeder Rhythmus ehrlich. Sobald es bequem läuft, erhöhe das Tempo um vier bis sechs BPM und wiederhole. Zwei kurze, konzentrierte Einheiten von je fünfzehn Minuten pro Tag schaffen mehr nachhaltige Genauigkeit als eine Stunde frustrierter Annäherung.

Eine zweite Technik: Unterteilungen üben. Stelle den Klick auf das halbe Arbeitstempo und spiele zwei Noten pro Klick — oder nutze eine 6/8-Gruppierung, um die inneren Triolen zu spüren. Unterteilung deckt ungleiche Sechzehntel und gehetzte Triolen auf, die ein einzelner Klick auf der Eins versteckt.

„Ohne Zeitgefühl gibt es keine Musik. Das Metronom lehrt den Körper, der Stille zwischen den Schlägen zu vertrauen.“ — eine Weisheit aus dem Konservatorium

Den visuellen Puls lesen

Dieses Metronom hebt die erste Zählzeit jedes Taktes in Gold hervor. Diese Eins ist der harmonische und rhythmische Anker: Im 3/4-Takt trägt sie den Walzer, im 4/4-Takt formt sie die Phrase. Die übrigen Schläge sind weichere Pulse darum herum. Das Pendel schwingt einmal pro Schlag und spiegelt das hölzerne Mälzel-Gerät wider. Nutze das Bild, wenn dir der Klick zu kühl wird, und vertraue deinem Ohr, wenn nicht.

Programmheft · № II

Über das chromatische Stimmgerät

Kammerton, Cent, gleichstufige Stimmung — und wie dieses Stimmgerät tatsächlich hört.

Die Tonhöhe, auf die sich alle einigen

Die moderne westliche Musik orientiert sich an A4 = 440 Hz, dem sogenannten Kammerton. 1939 wurde er als internationaler Standard festgelegt und 1955 von der ISO kodifiziert — nach Jahrhunderten regionaler Uneinigkeit, in denen das Orchester-A irgendwo zwischen etwa 415 Hz (Barock) und über 450 Hz (spätromantisches Mitteleuropa) liegen konnte. Manche Ensembles stimmen heute noch auf 442 oder 443 Hz für einen helleren Klang; viele historische Aufführungspraktiken bleiben bei 415 oder 392 Hz. Dieses Stimmgerät verwendet den globalen Standard von 440.

Cent — das Kleingeld der Tonhöhe

Ein Cent ist ein Hundertstel eines gleichstufigen Halbtons. Eine Oktave enthält zwölf Halbtöne, also exakt 1200 Cent. Drei bis fünf Cent sind die Grenze dessen, was ein trainiertes Ohr bei einem gehaltenen Ton zuverlässig erkennt; ein Cent ist nicht hörbar. Wenn die Nadel dieses Stimmgeräts zwischen ±5 und ±10 Cent steht, bist du für praktische musikalische Zwecke sauber gestimmt. Unter fünf Cent bist du perfekt gestimmt. Über zwanzig Cent klingt der Ton hörbar schief — auch ein ungeübtes Ohr nimmt das wahr.

Warum die zwölf Töne nicht perfekt „passen“

Klavier, bundierte Gitarre und nahezu jedes moderne Instrument nutzen die gleichstufige Stimmung: Die Oktave wird in zwölf mathematisch gleiche Schritte geteilt. Das ist ein Kompromiss. Reine Intervalle aus der Obertonreihe — eine reine große Terz, eine pythagoreische Quinte — weichen leicht von ihren temperierten Gegenstücken ab. Die gleichstufige Stimmung verteilt diese kleinen Fehler gleichmäßig über alle Tonarten, sodass jede Tonart gleich gut (und gleich unvollkommen) klingt. Genau deshalb steht ein Akkord, dessen Saiten alle 0 Cent zeigen, noch immer ein paar Cent neben der akustischen Reinheit. Das ist normal und eine Eigenschaft des Systems — kein Defekt deines Instruments.

Wie dieses Stimmgerät dich hört

Wenn du Mikrofonzugriff erlaubst, wird ein kurzes Fenster des eingehenden Audios — rund 4096 Abtastwerte, etwa eine Zehntelsekunde — mit dem McLeod-Verfahren analysiert, einem nahen Verwandten des bekannten YIN-Algorithmus. Das Signal wird mit verzögerten Kopien seiner selbst verglichen; die kürzeste Verzögerung, bei der es seiner früheren Form fast so gut entspricht wie bei der besten, ergibt die Periode (so rutscht die Anzeige nicht eine Oktave zu tief) — und aus der Periode folgt die Grundfrequenz. Das Ergebnis wird mit einem kurzen rollenden Median geglättet, um das Wackeln von Anschlag und Saitenausklang zu unterdrücken; die nächstgelegene gleichstufige Note wird mit ihrer Abweichung in Cent ausgegeben.

Praktische Stimmtipps

Zupfe eine einzelne Leersaite fest, aber ohne sie zu überfordern. Lass den Ton etwa eine halbe Sekunde einschwingen, bevor du abliest — eine frisch gezupfte Saite ist im Anschlag immer kurz zu hoch und fällt erst beim Stabilisieren in die richtige Tonhöhe. Stimme von unten nach oben zum Zielton, nie nach unten: Hast du überdreht, gehe deutlich unter den Zielton und nähere dich erneut von unten. So bleiben die Saitenwicklungen am Wirbel straff, und das Instrument hält länger die Stimmung.

Für Gitarre in Standardstimmung sind die sechs Leersaiten E A D G H e — von der tiefen sechsten Saite (82,41 Hz) bis zur hohen ersten (329,63 Hz). Wenn alle Saiten bei null Cent stehen, spiele einen sauberen offenen Akkord und höre hin: Wenn etwas schwebt oder unruhig klingt, könnten Stegintonation oder Saitenalter die Ursache sein — nicht das Stimmgerät.

„Stimme langsam, höre zweimal hin und vertraue nie einer frisch aufgezogenen Saite.“ — eine Mahnung aus dem Gitarrenbau
Leserfragen

Häufig gefragt

Warum fragt mein Browser nach Mikrofonzugriff?

Das Stimmgerät muss deinem Instrument zuhören. Browser schützen das Mikrofon hinter einer expliziten Zustimmungsabfrage, und das Audio wird ausschließlich lokal auf deinem Gerät verarbeitet — nichts wird hochgeladen, gespeichert oder übertragen.

Funktioniert das Stimmgerät auch für andere Instrumente als Gitarre?

Ja. Die chromatische Erkennung verarbeitet jeden tonalen Klang von etwa 40 Hz bis 1500 Hz — das deckt Bassgitarre, Ukulele, Geige, Mandoline, Holzblasinstrumente und die menschliche Stimme ab. Die sechs Saiten unterhalb der Nadel sind nur eine Bequemlichkeit für Gitarristen.

Warum flackert manchmal der Notenname?

Anschlagsgeräusche, Raumgeräusche und Mikrofone geringerer Qualität können die Tonhöhenerkennung kurz verwirren. Zupfe sanft und gleichmäßig und warte, bis der Ton nicht mehr abklingt. Ein kurzer Median-Filter im Stimmgerät entfernt den Großteil des Flackerns bereits.

Kann ich das Metronom offline nutzen?

Sobald die Seite geladen ist, laufen beide Werkzeuge vollständig auf deinem Gerät. Du kannst das Netzwerk abschalten — Metronom und Stimmgerät arbeiten weiter. Für ein echtes Offline-Erlebnis enthält unsere Android-App dieselben Engines plus Quintenzirkel und Akkord-Builder.

Welche Taktarten unterstützt das Metronom?

Die Standard-Voreinstellungen sind 2/4, 3/4, 4/4 und 6/8 — die Taktarten, die in Pop, Rock, Folk und dem meisten klassischen Repertoire am häufigsten vorkommen. Die erste Zählzeit jedes Taktes wird automatisch akzentuiert.

Warum startet und stoppt die Leertaste den Klick?

Beim Üben am Instrument ist ein freihändiges Kürzel unverzichtbar. Ein Druck auf die Leertaste startet oder stoppt das Metronom sofort, sodass du die Hände an Tastatur, Griffbrett oder Bogen lassen kannst.

Üben mit Metronom und Stimmgerät

Was die Geräte können, steht oben. Hier steht, wie man mit ihnen arbeitet — und welche Fehler dabei am häufigsten passieren.

Metronom

Aus der Praxis: die Tempoleiter

Das Metronom nützt wenig, wenn man es einfach mitlaufen lässt. Die Arbeitsweise, die im Unterricht verlässlich wirkt, ist die Tempoleiter: 60, 66, 72, 80, 88, 96, 104. Du beginnst bei dem Tempo, in dem die Stelle dreimal hintereinander fehlerfrei gelingt — nicht bei dem, in dem sie „fast“ gelingt. Nach drei sauberen Durchgängen eine Stufe höher. Beim ersten Fehler zwei Stufen zurück.

Der Rückfall um zwei Stufen statt um eine ist der Punkt, an dem fast alle abkürzen wollen, und er ist der eigentliche Wirkmechanismus. Ein Fehler bei 96 entsteht nicht bei 96; er ist bei 88 bereits angelegt und dort noch korrigierbar. Wer nur eine Stufe zurückgeht, übt genau in dem Tempo weiter, in dem der Fehler entstanden ist.

Zweitens: Nimm nie ein ganzes Stück, sondern die schwierigen vier Takte plus je einen Takt davor und danach. Diese sechs Takte sind die Übeeinheit. Ein Stück wird nicht dadurch schneller, dass man es von Anfang bis Ende oft genug durchspielt, sondern dadurch, dass die drei Engstellen aufhören, Engstellen zu sein.

Notier dir das erreichte Tempo mit Datum. Das klingt bürokratisch, ist aber der einzige Weg, Fortschritt zu sehen, der sich über Wochen in Fünfer-Schritten abspielt. Ohne Notiz erinnert man sich an das Gefühl, und das Gefühl ist unzuverlässig.

Den Klick wegnehmen — die eigentliche Übung

Sobald eine Stelle im Zieltempo sitzt, wird das Metronom ausgedünnt statt abgeschaltet. Die erste Stufe: Stell im Viervierteltakt die Schlagzahl so ein, dass es nur noch auf 1 und 3 klickt. Den Puls zwischen den Klicks trägst du jetzt selbst. Die zweite Stufe: nur noch auf die 1. Die dritte: nur noch auf die 1 jedes zweiten Taktes.

Dabei zeigt sich unbestechlich, ob das Tempo wirklich stabil ist. Wer zwischen zwei Klicks im Abstand von zwei Takten ankommt, ohne dass es ruckt, hat den Puls verinnerlicht. Wer an dieser Stelle regelmäßig zu früh ankommt, spielt schneller, als er denkt — das ist die mit Abstand häufigste Richtung der Abweichung.

Eine anspruchsvollere Variante, die aus der Jazzpraxis kommt: Lass das Metronom nur auf 2 und 4 klicken. Der Klick ist dann nicht mehr der Schwerpunkt, sondern der Gegenschlag, und das Gefühl für die Eins muss vollständig aus dir kommen. Wer das zwei Wochen übt, hört Rhythmus anders als vorher.

Bei zusammengesetzten Taktarten lohnt es sich, den Bezugswert bewusst zu setzen. „6/8 bei 80“ ist zweideutig: Achtel oder punktierte Viertel? Zum Erarbeiten stellt man die Achtel ein und hat sechs Klicks je Takt; zum Spielen stellt man die punktierte Viertel ein und hat zwei — und erst dann klingt der Takt wie ein Sechsachteltakt und nicht wie sechs gezählte Achtel.

Typische Fehler

Der Klick wird zur Krücke. Wer ein Stück nur mit Metronom spielen kann und ohne sofort schwankt, hat nicht den Puls geübt, sondern das Reagieren auf ein Signal. Das Ausdünnen aus dem vorigen Abschnitt ist deshalb kein Extra, sondern Teil der Übung.

Das Endtempo als Anfangstempo. Über dem Stück steht eine Zahl, und viele starten dort. Sie ist das Ziel nach zwei Wochen. Eine Passage, die man dreißigmal fast richtig gespielt hat, ist schwerer zu korrigieren als eine, die man nie falsch gespielt hat.

Schneller werden im Crescendo. Lautstärke und Tempo koppeln sich im Körper fast automatisch: Es wird schneller, wenn es lauter wird, und langsamer, wenn es leiser wird. Das Metronom macht das unbarmherzig hörbar, und genau deshalb sollte man laute Stellen ausdrücklich mit Klick üben.

Nach dem Fehler weiterspielen. Der Reflex, über einen Patzer hinwegzuspielen, gehört auf die Bühne, nicht ins Übezimmer. Im Übezimmer gilt: anhalten, die Stelle isolieren, Tempo zurück, dreimal sauber, weiter.

Zu lange am Stück. Metronomarbeit ist konzentrationsintensiv. Nach etwa zwanzig Minuten sinkt die Genauigkeit messbar, und man fängt an, Fehler zu festigen statt sie abzubauen. Zwei Einheiten von zwanzig Minuten bringen mehr als eine von fünfzig.

Stimmgerät

Aus der Praxis: eine Stimmroutine, die hält

Die Reihenfolge ist wichtiger, als die meisten annehmen. Stimme immer von unten an den Zielton heran, nie von oben. Bist du zu hoch, dreh deutlich unter den Zielton — etwa einen Viertelton — und komm von unten zurück. Der Grund ist mechanisch: Nur beim Anziehen liegt die Wicklung am Wirbel straff an. Eine von oben herangeführte Saite rutscht in den ersten Minuten nach und ist dann wieder zu tief.

Zupfe die Leersaite fest, aber ohne sie zu überfordern, und warte etwa eine halbe Sekunde, bevor du abliest. Jede frisch angeschlagene Saite ist im Anschlagsmoment kurz zu hoch und fällt erst beim Einschwingen in ihre eigentliche Tonhöhe. Wer im Anschlagsmoment abliest, stimmt systematisch zu tief.

Bei der Gitarre lohnt nach dem Stimmen aller sechs Saiten eine Gegenprobe, die das Stimmgerät nicht leisten kann: Spiel einen offenen E-Dur- und einen offenen D-Dur-Akkord und hör auf Schwebungen. Schwebungen sind das langsame An- und Abschwellen, das entsteht, wenn zwei fast gleiche Frequenzen zusammentreffen. Je langsamer die Schwebung, desto näher sind die beiden Töne beieinander. Verschwindet sie ganz, ist das Intervall rein.

Und ein Hinweis zur Temperatur: Ein Instrument, das aus dem kalten Auto kommt, verstimmt sich beim Aufwärmen über zehn bis zwanzig Minuten hinweg fortlaufend. Stimmen lohnt erst, wenn es Raumtemperatur hat. Dasselbe gilt für neu aufgezogene Saiten, die zwei bis drei Tage nachgeben.

Was das Stimmgerät nicht kann

Ein chromatisches Stimmgerät misst eine einzelne Frequenz und vergleicht sie mit dem gleichstufigen Raster. Was es nicht beurteilen kann, ist, ob das Instrument in sich stimmt. Wenn alle sechs Leersaiten null Cent zeigen und der Akkord im fünften Bund trotzdem schief klingt, liegt es nicht am Stimmgerät, sondern an der Intonation.

Die Standardprüfung dafür dauert zwei Minuten: Vergleiche bei jeder Saite den Flageolettton über dem zwölften Bund mit dem gegriffenen Ton im zwölften Bund. Beide sollten dieselbe Tonhöhe haben. Ist der gegriffene Ton zu hoch, muss der Steg-Reiter dieser Saite nach hinten; ist er zu tief, nach vorn. Bei einer Konzertgitarre mit festem Steg lässt sich das nicht einstellen — dort ist ein Abweichen von mehr als etwa fünf Cent ein Hinweis auf zu hohe Saitenlage oder alte Saiten.

Auch das Kapodaster-Problem gehört hierher: Ein Kapodaster drückt die Saiten zusätzlich nach unten und erhöht damit die Spannung. Nach dem Aufsetzen ist das Instrument praktisch immer etwas zu hoch, besonders auf den dicken Saiten. Deshalb gilt: erst Kapodaster setzen, dann stimmen — nicht umgekehrt.

Zum Kammerton: Dieses Stimmgerät arbeitet auf A4 = 440 Hz und lässt sich auf andere Werte umstellen. Das ist kein Zierrat. Spielst du mit einem Orchester, das auf 442 Hz stimmt, oder in historischer Aufführungspraxis auf 415 Hz, musst du den Bezugswert anpassen — 415 Hz liegt fast genau einen Halbton unter 440.

Typische Fehler

Mit Vibrato stimmen. Bei Streichern und in der Gesangsstimme ist das der häufigste Fehler überhaupt. Vibrato schwankt typischerweise um ±20 bis ±50 Cent; die Anzeige mittelt das und zeigt eine Tonhöhe an, die im Moment des Ablesens nirgends klingt. Zum Stimmen wird der Ton gerade gehalten.

Zu fest gezupft. Ein sehr harter Anschlag zieht die Saite seitlich aus der Ruhelage und erhöht kurzzeitig die Spannung. Auf den dünnen Saiten sind zehn Cent Abweichung allein durch die Anschlagsstärke leicht erreichbar.

Auf einen einzelnen Wert starren. Die Anzeige zittert immer ein wenig, weil sich eine reale Saite nicht perfekt periodisch verhält. Entscheidend ist, wo sich die Anzeige über eine halbe Sekunde einpendelt, nicht der Wert einer einzelnen Messung.

Die Oktave verwechseln. Ein chromatisches Stimmgerät nennt den Notennamen, nicht die gewünschte Saite. Wer die tiefe E-Saite eine Oktave zu hoch stimmt, bekommt weiterhin ein zufriedenes „E“ angezeigt — und reißt die Saite. Bei der Gitarre gehören die Leersaiten zu 82,41 / 110,00 / 146,83 / 196,00 / 246,94 / 329,63 Hz; die angezeigte Frequenz ist die verlässlichere Kontrolle als der Buchstabe.

Umgebungsgeräusche unterschätzen. Das Stimmgerät hört alles, was das Mikrofon aufnimmt. Eine Klimaanlage, ein Nachbarinstrument oder ein Gespräch im Raum kann die Erkennung unbrauchbar machen. Näher ans Mikrofon und ruhiger Raum lösen praktisch jedes „das Gerät zeigt Unsinn an“-Problem.

Weitere Werkzeuge in der App

Circle of Fifths Auto enthält zusätzlich Quintenzirkel, Akkord-Builder, Tonleitern, Intervalle und animierte Schwingungsbilder — alles offline.

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