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Übungen · Notenlesen

Akkorde bauen

Setze den geforderten Akkord auf der Klaviatur zusammen.

So arbeitest du mit dem Akkord-Baukasten

Das Modul nennt ein Akkordsymbol und lässt dich die zugehörigen Töne auswählen, oder es gibt Töne vor und fragt nach dem Symbol. Auf den ersten Stufen geht es um Dur- und Molldreiklänge, danach um verminderte und übermäßige, schließlich um Septakkorde und Umkehrungen.

Denke bei jeder Aufgabe in Terzschichten, nicht in auswendig gelernten Griffbildern. Grundton, große oder kleine Terz darüber, dann die nächste Terz. Wer diesen Weg konsequent geht, kann jeden Akkord herleiten, auch solche, die er noch nie gesehen hat.

Sprich die Töne laut mit, während du sie auswählst. Das klingt albern, ist aber wirksam: Akkordbau ist eine Rechenaufgabe, und das laute Mitsprechen verhindert, dass man einen Schritt überspringt.

Vom Dreiklang zum Akkordsymbol

Ein Akkordsymbol ist eine Kurzschrift. Der Buchstabe nennt den Grundton, alles Weitere beschreibt, was darauf gebaut wird. Ein alleinstehendes C meint den Durdreiklang C-E-G. Ein kleines m ergänzt eine kleine statt einer großen Terz, also Cm gleich C-Es-G. Eine angehängte 7 fügt die kleine Septime hinzu, ein maj7 die große.

Erweiterungen folgen demselben Muster. Sus4 ersetzt die Terz durch die Quarte, sus2 durch die Sekunde; beide Akkorde haben deshalb kein Dur- oder Mollgeschlecht und klingen schwebend. Eine 6 fügt die Sexte hinzu, eine 9 die None, wobei in der Praxis meist auch die Septime mitklingt. Ein Slash-Symbol wie C/G bedeutet, dass der Akkord über einem anderen Basston steht, hier also die zweite Umkehrung.

Umkehrungen ändern den Klangeindruck, nicht den Akkord. C-E-G, E-G-C und G-C-E enthalten dieselben Töne und heißen alle C-Dur. Welche Umkehrung sinnvoll ist, entscheidet die Stimmführung: Meist wählt man diejenige, bei der sich die Töne zum nächsten Akkord am wenigsten bewegen müssen.

Aus der Praxis

Die Stufenakkorde einer Tonart sind der schnellste Weg zu brauchbarem Wissen. Baut man auf jeder Stufe einer Durtonleiter einen Dreiklang, ergibt sich immer dasselbe Muster: Dur, Moll, Moll, Dur, Dur, Moll, vermindert. In C-Dur also C, Dm, Em, F, G, Am, H-vermindert. Mit diesem einen Muster lassen sich die Akkorde jedes Liedes in einer Durtonart vorhersagen.

Sinnvoll ist es, die Akkorde eines bekannten Liedes zu analysieren, statt neue Akkorde isoliert zu üben. Fast immer stellt sich heraus, dass das Lied nur die Stufenakkorde benutzt, und aus dieser Entdeckung entsteht mehr Verständnis als aus einer Tabelle.

Für Gitarristen lohnt sich der Blick auf das, was ein Griff tatsächlich enthält. Ein offener G-Dur-Griff verdoppelt Töne und lässt manchmal die Quinte weg; das ist normal und zeigt, dass ein Akkord eine Menge von Tönen ist, nicht eine feste Anordnung.

Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist das Verwechseln von m7 und maj7. Das kleine m bezieht sich auf die Terz, das maj auf die Septime. Cm7 hat kleine Terz und kleine Septime, Cmaj7 große Terz und große Septime, C7 große Terz und kleine Septime. Diese drei nebeneinander aufzuschreiben klärt die Sache in einer Minute.

Der zweite Fehler ist das Vergessen der Vorzeichen in entlegenen Tonarten. Fis-Dur besteht aus Fis, Ais und Cis, nicht aus Fis, B und Des. Der Klang wäre derselbe, die Schreibweise falsch.

Der dritte Fehler ist, Umkehrungen als andere Akkorde zu behandeln. Wer bei E-G-C nach einem Akkord mit Grundton E sucht, findet keinen sinnvollen und verheddert sich. Die Frage lautet immer zuerst: Welche Töne kommen vor, und welcher davon ist der Grundton der Terzschichtung?