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Notenarchiv

Internationale Liedernoten

Kunstlied und Volkslied aus Europa und Amerika: Schubert, Mozart, Schumann, Purcell, Dvořák, dazu Weihnachtslieder und Spirituals.

100Notenblätter
381Seiten
19Komponisten

Komponisten dieser Sammlung

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Was in dieser Sammlung steht

100 Blätter mit 381 Seiten — die umfangreichste Sammlung dieses Archivs, weil hier die mehrseitigen Kunstlieder stehen. Den Kern bilden 25 Lieder von Franz Schubert, darunter „Suleika I“ und „Suleika II“ mit 15 und 16 Seiten. Dazu kommen sechs Lieder von Mozart, darunter das „Abendempfindung“, drei von Robert Schumann, zwei von Henry Purcell, zwei von Robert Franz, zwei von Juozas Naujalis und eines von Antonín Dvořák.

Die anderen 46 Blätter sind Volkslieder, Weihnachtslieder und Spirituals ohne benannten Komponisten: „Adeste Fideles“, „Auld Lang Syne“ und andere Melodien, die in mehreren Ländern gleichzeitig zu Hause sind. Bei mehreren französischen und englischen Titeln steht der Text in der Originalsprache unter den Noten.

Anders als bei den deutschen Liedernoten ist hier der Klaviersatz ausgeschrieben, nicht nur ein Akkordsymbol. Das macht die Blätter länger und anspruchsvoller, aber es ist bei Kunstliedern zwingend: Bei Schubert ist die Klavierstimme keine Begleitung, sondern die zweite Hälfte des Stücks.

Warum ein Kunstlied anders funktioniert als ein Volkslied

Ein Volkslied hat für jede Strophe dieselbe Melodie. Ein Kunstlied kann das auch tun — das nennt man strophisch — oder die Musik dem Text folgen lassen, Zeile für Zeile, bis zum Schluss ohne Wiederholung; das heißt durchkomponiert. Schuberts „Suleika“ braucht deshalb 15 Seiten: Der Text von Marianne von Willemer, lange Goethe zugeschrieben, wechselt die Stimmung mehrfach, und die Musik wechselt mit.

Das Klavier trägt dabei die Bilder. Bei „Suleika I“ ist die Bewegung der Achtel der Ostwind, von dem der Text spricht — sie hört nicht auf, während die Singstimme atmet. Wer diese Stelle nur als Sänger übt, versteht die Hälfte nicht; wer sie nur als Pianist übt, ebenfalls. Kunstlied ist Kammermusik für zwei gleichberechtigte Partner, und genau deshalb steht in der Partitur beides untereinander.

Mozarts Lieder sind kürzer und näher am Volkslied. „Abendempfindung“ ist dabei die Ausnahme: ein durchkomponiertes Stück von beachtlicher Länge, dessen Text vom eigenen Tod handelt, geschrieben 1787. Purcell wiederum, gut hundert Jahre früher, arbeitet mit einem Ground Bass — einer kurzen Basslinie, die unverändert wiederholt wird, während sich darüber alles ändert. Drei Komponisten, drei grundverschiedene Bauprinzipien, alle drei in dieser Sammlung nachlesbar.

Aus der Praxis

Für Gesangsunterricht ist die Reihenfolge fast immer: erst die einfachen strophischen Lieder, dann Mozart, dann Schubert. Ein Lied wie „Heidenröslein“ ist in einer Stunde lesbar; „Suleika“ ist ein Projekt über ein Semester. Wer die Reihenfolge umdreht, kämpft mit Atem, Text und Klavier gleichzeitig und lernt an keinem der drei Punkte etwas.

Beim Erarbeiten hat sich bewährt, den Text zuerst ohne Musik laut zu sprechen — in Sprechtempo, mit natürlicher Betonung. Danach singt man die Melodie auf einer Silbe, meist „nu“. Erst im dritten Schritt kommen beide zusammen. Der Grund: Wo Sprachbetonung und musikalische Schwerpunkte auseinanderfallen, merkt man es nur, wenn man beide einzeln kennt. Bei Schubert fallen sie fast nie auseinander, bei schwächeren Vertonungen ständig.

Für die Klavierstimme gilt: Zuerst nur die linke Hand über das ganze Lied, dann nur die rechte, dann die Singstimme auf dem Klavier mitspielen, während man die Begleitung liest. Dieser vierte Schritt ist der wichtigste — er zeigt, an welchen Stellen die Begleitung den Sänger allein lässt und wo sie ihm den nächsten Ton vorgibt.

Typische Fehler

Die Tonart wird nicht angepasst. Schubert-Lieder sind in Originaltonarten gedruckt, die zu einer bestimmten Stimmlage gehören. Eine Altstimme, die „Suleika“ in der Originallage versucht, singt drei Seiten lang oberhalb ihrer bequemen Grenze und klingt angestrengt. Transponieren ist bei Kunstliedern nicht nur erlaubt, es ist üblich — Verlage geben dieselben Lieder in hoher, mittlerer und tiefer Ausgabe heraus.

Die mehrseitigen Stücke werden am Bildschirm geübt. Bei einem 16-seitigen Lied ist der Seitenwechsel ein echtes Problem: Wer alle zwei Zeilen wischt, verliert den Puls. Für diese Sammlung lohnt der Ausdruck, und zwar zweiseitig nebeneinander auf dem Pult, sodass je vier Seiten ohne Handgriff sichtbar sind.

Die Sprache wird ignoriert. „Adeste Fideles“ auf Latein, „Après un Rêve“ auf Französisch, „Auld Lang Syne“ auf Schottisch-Englisch — die Vokalfarben sind ein Teil des Stücks. Ein französisches Lied mit deutschen Vokalen gesungen klingt nicht falsch im Sinne von unsauber, aber es klingt nach etwas anderem, als der Komponist geschrieben hat. Wer die Aussprache nicht sicher kann, singt die Melodie zunächst auf einer Silbe und arbeitet den Text getrennt.

Nutzung und Rechte

Alle Blätter sind gemeinfrei: Die Komponisten sind seit mehr als 70 Jahren verstorben. Sie dürfen kostenlos heruntergeladen, ausgedruckt, im Unterricht verwendet und für Gruppen vervielfältigt werden. Der Notensatz stammt von Maikstrings.