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Notenarchiv

Deutsche Liedernoten

Volks-, Kinder- und Kirchenlieder mit Melodie, Text und Akkordsymbolen — von „Alle meine Entchen“ bis zu den Chorälen Johann Crügers.

101Notenblätter
202Seiten
18Komponisten

Komponisten dieser Sammlung

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Was in dieser Sammlung steht

101 Blätter deutschsprachiger Lieder: Volkslieder, Kinderlieder, Jahreszeitenlieder, Weihnachtslieder und Choräle. Jedes Blatt zeigt die Melodie im Violinschlüssel, den Liedtext silbengenau unter den Noten und Akkordsymbole über dem System. 75 der Melodien sind überlieferte Volksweisen ohne gesicherten Komponisten; bei den übrigen 26 ist er bekannt, am häufigsten Johann Crüger mit vier Chorälen, Carl Gottlieb Hering mit drei Kinderliedern und Friedrich Silcher mit zwei.

Zusätzlich liegt in dieser Sammlung das „Liederbuch komplett“ mit allen 100 Liedern in einem Dokument auf 102 Seiten. Wer für einen Chor, eine Schulklasse oder eine Familienfeier einen Ordner zusammenstellt, nimmt den Band; wer ein einzelnes Lied probt, das Einzelblatt.

Der Bestand deckt das ab, was im deutschen Sprachraum tatsächlich gesungen wird: „Alle meine Entchen“, „Alle Vögel sind schon da“, „Ade zur guten Nacht“, „Ach Elslein, liebes Elselein“, „All mein Gedanken, die ich hab“, dazu die Choralmelodien, die seit dem 17. Jahrhundert im Gesangbuch stehen.

Drei Akkorde und warum sie reichen

Die meisten dieser Lieder kommen mit drei Akkorden aus: Tonika, Subdominante und Dominante, also in G-Dur die Akkorde G, C und D. Das ist keine Vereinfachung für Anfänger, sondern die harmonische Realität des Volkslieds. Die Melodien sind vor der Begleitung entstanden und bewegen sich fast ausschließlich in Tönen der Tonleiter; jeder dieser Töne gehört zu mindestens einem der drei Hauptdreiklänge.

Sichtbar wird das am Notenblatt so: Liegt der Melodieton auf 1, 3 oder 5 der Tonart, passt die Tonika. Liegt er auf 4 oder 6, passt die Subdominante. Liegt er auf 7 oder 2, passt die Dominante. Wer diese Zuordnung kennt, kann ein Lied ohne gedruckte Akkordsymbole begleiten, und das ist die nützlichste einzelne Fähigkeit, die man am Lagerfeuer oder im Klassenzimmer haben kann.

Die Choräle sind die Ausnahme. Bei Johann Crüger — „Nun danket alle Gott“ gehört zu seinen bekanntesten — steht unter der Melodie ein vierstimmiger Satz mit Durchgangsnoten, Vorhalten und gelegentlich einer Zwischendominante. Das ist Harmonielehre auf Lehrbuchniveau und nicht mit drei Akkorden zu begleiten. Hans Leo Haßler, mit zwei Sätzen vertreten, geht noch weiter zurück: Seine Melodien stammen aus der Zeit um 1600 und tragen Reste der Kirchentonarten, weshalb sie sich der Dur-Moll-Logik teilweise entziehen.

Aus dem Unterricht

Mit Kindern beginnt Rhythmus über Sprache, nicht über Zählzeiten. „Al-le mei-ne Ent-chen“ ist eine Folge von acht gleich langen Silben — Viertelnoten — und ein Kind, das den Text klatschend spricht, hat den Rhythmus verstanden, bevor es weiß, wie eine Viertelnote aussieht. Erst dann kommt das Notenblatt dazu, und zwar mit der Frage: Siehst du, dass jede Silbe genau einen Notenkopf hat?

Für das erste Melodiespiel eignet sich „Alle meine Entchen“ ebenfalls, weil die ersten vier Töne stufenweise aufsteigen — c, d, e, f — und dann zwei Töne stehen bleiben. Auf dem Glockenspiel sind das vier benachbarte Platten. „Kuckuck, Kuckuck“ dagegen beginnt mit einer fallenden kleinen Terz, dem natürlichsten Intervall überhaupt, und ist deshalb das übliche Ankerlied dafür in der Gehörbildung.

Eine Unterrichtsform, die verlässlich funktioniert: drei Rollen aus einem Blatt. Ein Kind singt den Text, eins spielt die Melodie auf Glockenspiel oder Blockflöte, eins begleitet mit den drei Akkorden auf der Gitarre oder am Klavier. Nach zwei Durchgängen wird getauscht. Alle drei lesen dabei dasselbe Blatt und sehen, dass Text, Melodie und Harmonie drei Ansichten derselben Sache sind.

Typische Fehler

Der Auftakt wird übersehen. „Alle Vögel sind schon da“ und viele andere Lieder beginnen nicht auf der Zählzeit 1, sondern davor. Auf dem Blatt erkennt man das am unvollständigen ersten Takt — und daran, dass der letzte Takt ebenfalls unvollständig ist, weil beide zusammen einen vollen ergeben. Wer den Auftakt als volle Zählzeit 1 singt, liegt im ganzen Lied um eine Zählzeit verschoben, und die Begleitung passt dann nirgends.

Die Akkordsymbole werden zu spät gewechselt. Ein Symbol gilt ab der Note, über der es steht, nicht ab dem nächsten Taktstrich. Steht das D über der dritten Zählzeit, wechselt die Begleitung dort — nicht erst im Folgetakt. Bei Liedern mit einem Akkordwechsel pro Takt fällt das nicht auf; sobald zwei Symbole in einem Takt stehen, wird es hörbar falsch.

Bei den Chorälen wird die Melodiestimme mitgesungen, obwohl sie in der Oberstimme des vierstimmigen Satzes steht und der Satz für vier Stimmen gedacht ist. Wenn eine Gruppe „Nun danket alle Gott“ unisono singt und dazu den Satz auf dem Klavier hört, verdoppelt sie den Sopran — das klingt gut und ist völlig in Ordnung. Nur sollte man wissen, dass die drei Unterstimmen dann als Begleitung fungieren und nicht als Chorstimmen, die jemand übernehmen müsste.

Nutzung und Rechte

Alle Blätter sind gemeinfrei: Die Komponisten sind seit mehr als 70 Jahren verstorben. Sie dürfen kostenlos heruntergeladen, ausgedruckt, im Unterricht verwendet und für Gruppen vervielfältigt werden. Der Notensatz stammt von Maikstrings.