So arbeitest du mit dem Quintenzirkel-Training
Das Modul stellt Fragen rund um den Quintenzirkel: welche Tonart eine bestimmte Position einnimmt, wie viele Vorzeichen sie hat, welche Tonart eine Quinte darüber oder darunter liegt und welche Molltonart zu einer Durtonart gehört. Die Grafik zeigt den Zirkel dabei mit, sodass du die Antwort nicht nur nennst, sondern auch verortest.
Der Zirkel ist kein Lernstoff, den man am Stück auswendig lernt, sondern ein Werkzeug, das man benutzt, bis es sitzt. Genau darauf ist das Modul ausgelegt: viele kurze Fragen, die dieselbe Struktur aus verschiedenen Richtungen beleuchten.
Wenn du eine Aufgabe nicht weißt, gehe im Kopf den Zirkel ab, statt zu raten. C-Dur ohne Vorzeichen, dann im Uhrzeigersinn G, D, A, E, H, Fis mit je einem Kreuz mehr. Dieses Abgehen dauert anfangs Sekunden und später gar nicht mehr.
Was der Quintenzirkel zeigt
Der Quintenzirkel ordnet die zwölf Durtonarten so an, dass benachbarte Tonarten eine reine Quinte auseinanderliegen. Geht man von C aus im Uhrzeigersinn, kommt man über G, D, A, E, H nach Fis; jeder Schritt fügt genau ein Kreuz hinzu. Gegen den Uhrzeigersinn über F, B, Es, As, Des nach Ges fügt jeder Schritt ein B hinzu. Nach zwölf Schritten ist man wieder am Ausgangspunkt, weil sich zwölf Quinten und sieben Oktaven in gleichstufiger Stimmung genau treffen.
Benachbarte Tonarten sind eng verwandt: Sie unterscheiden sich in genau einem Ton. Das ist der Grund, warum Modulationen in die Quinttonart so glatt klingen und warum die allermeisten Stücke der Dur-Moll-Tonalität sich im Umkreis von zwei oder drei Positionen bewegen.
Der innere Ring zeigt die parallelen Molltonarten, die jeweils eine kleine Terz tiefer liegen und dieselbe Vorzeichnung haben. Damit enthält eine einzige Grafik die gesamte Vorzeichenlehre, die Tonartverwandtschaft und die Grundlage der Kadenzharmonik: Tonika, Dominante rechts daneben, Subdominante links daneben.
Aus der Praxis
Der Quintenzirkel wird oft zu früh als Auswendiglernstoff präsentiert und bleibt deshalb tote Grafik. Besser führt man ihn über die Kadenz ein: Man spielt eine einfache Akkordfolge in C-Dur, verschiebt sie nach G-Dur und sieht, dass genau ein neuer Ton nötig wird. Aus dieser Beobachtung entsteht der Zirkel von selbst.
Für Gitarristen ist die Verbindung zum Kapodaster praktisch. Ein Lied in G mit Kapodaster im zweiten Bund klingt in A; das ist ein Schritt im Zirkel und lässt sich dort direkt ablesen. Viele Schüler verstehen den Zirkel über diese Anwendung schneller als über die Theorie.
Nutze die interaktive Quintenzirkel-Seite dieser Website parallel zum Training. Dort kannst du Tonarten anklicken, hörst die zugehörigen Akkorde und siehst die Vorzeichen; das Übungsmodul prüft danach ab, was hängen geblieben ist.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Richtung. Im Uhrzeigersinn geht es in Quinten aufwärts und die Kreuze werden mehr, gegen den Uhrzeigersinn in Quarten aufwärts und die B werden mehr. Wer sich einmal eine Merkhilfe für die Richtung baut, verliert diesen Fehler sofort.
Der zweite Fehler betrifft die enharmonischen Tonarten am unteren Ende des Zirkels. Fis-Dur und Ges-Dur stehen an derselben Stelle, haben aber sechs Kreuze beziehungsweise sechs B. Beide sind richtig; welche man schreibt, hängt vom Zusammenhang ab.
Der dritte Fehler ist, die Molltonarten zu ignorieren. Wer nur die Durtonarten lernt, steht bei jedem Stück in Moll wieder am Anfang. Die kleine Terz nach unten ist schnell gelernt und verdoppelt den Nutzen des Zirkels.