Bolero
Spanischer Tanz im 3/4-Takt mit charakteristischem Begleitrhythmus.
Was es bedeutet
Der Bolero ist ein spanischer Tanz im mäßig schnellen 3/4-Takt, der im späten 18. Jahrhundert entstand. Kennzeichnend ist ein feststehendes rhythmisches Begleitmuster, oft von Kastagnetten geschlagen, über dem sich Melodie und Tanzschritte frei entfalten.
Zu unterscheiden ist der spanische Bolero vom kubanischen Bolero, einem langsamen, gefühlvollen Liedtyp im 2/4- oder 4/4-Takt, der sich Ende des 19. Jahrhunderts unabhängig entwickelte und mit dem spanischen Tanz nur den Namen teilt.
Musikalische Verwendung
In der Konzertmusik wurde der Bolero-Rhythmus mehrfach aufgegriffen, am bekanntesten in Maurice Ravels Orchesterstück Boléro von 1928, das ein einziges, unablässig wiederholtes rhythmisches Ostinato über eine lange Steigerung trägt. Ravel griff dabei die Grundidee des spanischen Tanzes auf, ohne sich streng an dessen Schrittfolge zu binden.
In Spanien selbst blieb der Bolero Teil des Tanzrepertoires neben verwandten Formen wie der Seguidilla, mit der er Herkunft und Grundcharakter teilt.