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Instrument

Fingerpicking

Spiel der Gitarre ohne Plektrum.

Was es bedeutet

Fingerpicking bezeichnet das Spiel der Gitarre mit den Fingern der rechten Hand statt mit einem Plektrum. Der Daumen übernimmt dabei in der Regel die Bass-Saiten, Zeige-, Mittel- und Ringfinger die höheren. Dadurch lassen sich mehrere Stimmen gleichzeitig führen: ein Bass, eine Melodie und dazwischenliegende Begleittöne. Der Begriff stammt aus der Popular- und Volksmusik; die klassische Gitarrentechnik arbeitet nach demselben Grundprinzip, verwendet aber eine eigene Terminologie und andere Anschlagsarten.

Musikalische Verwendung

Kennzeichnend für viele Fingerpicking-Stile ist ein durchlaufender, wechselnder Bass im Daumen, über dem die anderen Finger Melodie und Füllstimmen setzen. Daraus entsteht der Eindruck, zwei Instrumente zu hören, obwohl nur eines spielt. Diese Spielweise prägt Lied- und Instrumentalmusik zahlreicher Traditionen, besonders im angloamerikanischen Raum, und ist auf Stahlsaitengitarren ebenso zu Hause wie auf Instrumenten mit Nylonsaiten. Gegenüber dem Plektrumspiel gewinnt sie an Mehrstimmigkeit und Klangfarbenvielfalt, verliert aber etwas an Durchschlagskraft bei schnellen einstimmigen Läufen.

Spielpraxis

Beginne mit einem stabilen Daumenwechselbass allein, bis er ohne Nachdenken läuft; erst dann kommen die Oberstimmen hinzu. Halte das Handgelenk locker gewölbt und lass die Finger aus dem Grundgelenk arbeiten, nicht aus dem Arm. Die Klangfarbe steuerst du über den Anschlagsort — nahe am Steg härter, über dem Schallloch runder — und über den Winkel des Fingers. Ob du mit Nagel, Kuppe oder Fingerpicks spielst, ist eine Stilfrage; entscheide dich bewusst und pflege die Nägel entsprechend. Achte darauf, ungewollt mitklingende Saiten zu dämpfen, meist mit dem Daumenballen. Übe langsam mit Metronom, weil der Wechselbass jede Unruhe gnadenlos hörbar macht.

die Saitenart den Anschlag bestimmt: Stahlsaiten verlangen mehr Kraft und vertragen Fingerpicks, Nylonsaiten sprechen auf leichte Berührung an. Wechsle deshalb nicht unbesehen zwischen beiden Instrumenten. Übe Melodie und Bass getrennt und füge sie langsam zusammen; die Selbständigkeit des Daumens ist die eigentliche Aufgabe. Achte darauf, dass der Bass nicht lauter wird als die Melodie, wenn die Aufmerksamkeit bei den Oberstimmen liegt. Nimm dich gelegentlich auf, weil man die eigene Balance schlecht beurteilt.