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Instrument

Hammerklavier

Frühe Form des heutigen Klaviers.

Was es bedeutet

Hammerklavier oder Hammerflügel bezeichnet die frühen Formen des Klaviers, bei denen die Saiten durch mit Leder oder Filz bezogene Hämmer angeschlagen werden. Entscheidend gegenüber dem Cembalo ist, dass die Lautstärke vom Anschlag abhängt — daher der zeitgenössische Name Fortepiano oder Pianoforte. Die Instrumente des 18. und frühen 19. Jahrhunderts sind leichter gebaut als heutige Flügel: dünnere Saiten, kleinere Hämmer, ein Holzrahmen statt eines Gussrahmens, ein geringerer Tonumfang und je nach Bauart Knie- oder Pedalzüge zum Aufheben der Dämpfung.

Musikalische Verwendung

Der Klang unterscheidet sich deutlich vom modernen Flügel: schlanker, schneller verklingend, in den Registern stärker unterschieden — der Bass klar und trocken, die Mittellage sprechend, die Höhe silbrig. Für das Repertoire der Wiener Klassik und der frühen Romantik bedeutet das, dass schnelle Läufe durchsichtig bleiben, dass dichte Akkorde nicht verschwimmen und dass der Wechsel zwischen den Lagen als Farbwechsel hörbar wird. Die Entwicklung zum heutigen Instrument verlief über Jahrzehnte und in verschiedenen Bauschulen; historisch informierte Aufführungen nutzen deshalb Instrumente, die zur jeweiligen Entstehungszeit passen.

Spielpraxis

Die Tasten sind leichter und der Tastenweg kürzer als am modernen Flügel; wer mit großem Kraftaufwand spielt, erzeugt Härte statt Lautstärke. Arbeite mit feiner Abstufung aus dem Finger und nutze die schnellere Ansprache für sprechende Artikulation. Die Dämpfungsaufhebung wird sparsamer eingesetzt als das heutige rechte Pedal, weil der Klang von sich aus weniger verschmilzt. Rechne mit häufigerem Stimmen und größerer Empfindlichkeit gegen Temperatur und Luftfeuchte. Prüfe vor dem Spielen den Tonumfang des Instruments, da Werke jener Zeit oft genau an dessen Grenzen komponiert sind.

sich die Instrumente der Zeit untereinander stark unterscheiden: Wiener und englische Bauart haben verschiedene Mechaniken, unterschiedlichen Tastenwiderstand und verschiedene Klangvorstellungen. Prüfe, welches Instrument zu dem Werk passt, das du spielst. Kniehebel und Züge bieten Klangveränderungen, die im Notentext oft nicht vermerkt sind und zur Gestaltung gehören.