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Instrument

Klappenhorn

Historisches Blechblasinstrument mit Klappen.

Was es bedeutet

Das Klappenhorn ist ein Blechblasinstrument, dessen Tonraum nicht durch Ventile, sondern durch seitlich angebrachte Klappen erweitert wird. Wie bei Holzblasinstrumenten öffnen diese Klappen Löcher in der Rohrwand und verkürzen damit die wirksame Luftsäule, sodass zwischen den Naturtönen liegende Töne erreichbar werden. Gebaut wurde es vor allem im frühen 19. Jahrhundert, in Sopranlage als Klappenhorn und in tiefer Lage als Ophikleide. Nach der Durchsetzung der Ventiltechnik verschwand die Bauweise weitgehend; der Übergang zog sich über Jahrzehnte hin.

Musikalische Verwendung

In der Zeit vor der allgemeinen Einführung der Ventile war das Klappenhorn eines der wenigen Blechblasinstrumente mit vollständiger chromatischer Skala und wurde entsprechend in Militärmusik, Stadtmusik und Orchester eingesetzt. Einzelne Werke der Zeit sind ausdrücklich dafür geschrieben. Klanglich ist es uneinheitlicher als ein Ventilinstrument: Töne, die über geöffnete Klappen entstehen, klingen offener und heller als die geschlossenen Naturtöne. Diese Ungleichheit galt als Nachteil und führte zur Ablösung, wird in der historischen Aufführungspraxis heute aber als charakteristische Farbe verstanden und bewusst hörbar gemacht.

Spielpraxis

Wer ein solches Instrument spielt, arbeitet mit zwei Systemen zugleich: dem Ansatz für die Naturtöne und den Klappen für die Zwischentöne. Übe zunächst die Naturtonreihe sicher, bevor du die Klappen hinzunimmst. Rechne mit ungleicher Ansprache und Lautstärke zwischen beiden Tongruppen und gleiche sie mit Luftführung aus, statt die Unterschiede zu erzwingen. Kontrolliere die Polster, weil undichte Klappen die betreffenden Töne unbrauchbar machen. Im Ensemble mit anderen historischen Instrumenten ist die Stimmtonhöhe vorab zu klären. Nachbauten unterscheiden sich in Mensur und Klappenanordnung erheblich.

die Intonation einzelner Klappentöne von Instrument zu Instrument abweicht: Erstelle für dein Exemplar eine eigene Grifftabelle und halte fest, welche Töne korrigiert werden müssen. Spiele eher zurückhaltend, weil der Ton bei Druck rasch unsauber wird. Für das Publikum lohnt ein kurzer Hinweis im Programm, weil die ungleichen Klangfarben sonst als Mangel und nicht als Eigenart gehört werden.