Konzertant
Konzertierend, virtuos.
Was es bedeutet
Konzertant ist die deutsche Entsprechung zu concertante und bezeichnet ein konzertierendes, solistisch hervortretendes Spiel. Eine Stimme löst sich aus dem Ensemble, übernimmt die Führung und tritt in ein Wechselspiel mit den anderen.
Das Wort verweist auf das Prinzip des Konzertierens: das Gegenüber verschiedener Klanggruppen, das sich seit dem frühen 17. Jahrhundert als Grundgedanke vieler Gattungen durchsetzt. Konzertant heißt deshalb nicht nur virtuos, sondern vor allem dialogisch — die hervortretende Stimme bezieht sich auf die anderen.
Als Gattungsbezeichnung erscheint das Wort in Verbindungen wie „Konzertante Sinfonie", womit Werke für mehrere Soloinstrumente und Orchester gemeint sind. Von brillant, das den Glanz der Ausführung betont, unterscheidet sich konzertant durch den Bezug auf das Ensemble.
Im Notenbild
Das Wort steht über dem System der betreffenden Stimme oder im Titel eines Werks. In Partituren zeigt es Abschnitte an, in denen ein Instrument solistisch geführt wird. Häufig tritt eine eigene Dynamikangabe hinzu, die die Stimme über die Begleitung hebt.
Musikalische Verwendung
Konzertante Abschnitte finden sich in Kammermusik, in der ein Instrument zeitweise die Führung übernimmt, in Orchesterwerken mit solistisch hervortretenden Stimmen und in Klaviertrios und -quartetten, in denen das Klavier oft konzertant behandelt wird. In der Musik des späten 18. Jahrhunderts bildet die konzertante Sinfonie eine eigene Gattung.
Man findet die Angabe auch in Titeln. Die Solostimme tritt dabei hervor. Mozarts Sinfonia concertante KV 364 für Violine und Viola ist ein bekanntes Beispiel.
Weitere Bezeichnungen
Concertante ist die italienische Form. Als Substantiv bezeichnet sie auch eine Gattung, die Sinfonia concertante, in der mehrere Soloinstrumente mit dem Orchester konzertieren.
Spielpraxis
Tritt hervor, ohne die Verbindung zum Ensemble zu verlieren: Konzertieren heißt Wechselspiel, nicht Alleingang. Gestalte freier und deutlicher als in begleitender Funktion, aber im gemeinsamen Tempo. Achte darauf, wann die Führung an eine andere Stimme übergeht, und tritt dann zurück. Und kläre solche Übergänge in der Probe, damit sie hörbar werden.