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Form

Mehrchörig

Stilrichtung mit mehreren Klangkörpern.

Was es bedeutet

Mehrchörig heißt eine Musik, die für zwei oder mehr getrennte Klanggruppen geschrieben ist. Jede Gruppe ist in sich vollständig besetzt, sodass sie allein singen oder spielen kann; zusammen ergeben sie einen sehr großen Satz. Die Gruppen können aus Sängern, aus Instrumenten oder aus beidem bestehen und werden häufig räumlich voneinander getrennt aufgestellt.

Musikalische Verwendung

Ihre bekannteste Ausprägung hat die Mehrchörigkeit in der venezianischen Musik um 1600, wo die Anlage der Kirchenräume mit mehreren Emporen die Praxis begünstigte. Der musikalische Reiz liegt im Wechselspiel: Die Gruppen werfen sich kurze Motive zu, überlappen einander und vereinigen sich an Höhepunkten zum vollen Klang. Dadurch entsteht eine Form, die auf Kontrast und Steigerung beruht statt auf durchlaufender Polyphonie. Die Technik wirkt weiter, etwa in doppelchörigen Motetten späterer Zeit und in Orchesterwerken mit räumlich verteilten Gruppen.

Spielpraxis

Kläre die Aufstellung früh, denn sie bestimmt Wirkung und Schwierigkeitsgrad: Je weiter die Gruppen auseinanderstehen, desto stärker macht sich die Laufzeit des Schalls bemerkbar, und desto mehr muss nach der Leitung statt nach dem Gehör musiziert werden. Vereinbare eindeutige Zeichen für Einsätze und übe die Nahtstellen gesondert. Achte auf gleiche Klangfarbe und Lautstärke aller Gruppen, damit der Wechsel als Bewegung und nicht als Bruch wirkt. Prüfe die Balance vom Publikumsraum aus.

die räumliche Wirkung Teil der Komposition ist: Wer alle Gruppen nebeneinanderstellt, verschenkt den Reiz der Gattung, muss dafür aber weniger mit Laufzeiten kämpfen. Wäge das ab und probe in der gewählten Aufstellung. Plane bei getrennter Aufstellung mehrere Dirigenten oder Hilfsdirigenten ein, wenn die Sichtverbindung fehlt. Berücksichtige, dass die Chöre bei Gabrieli oft unterschiedlich hoch besetzt sind, etwa ein hoher und ein tiefer Chor. Prüfe die Balance vom Publikumsraum aus und kläre, ob zusätzliche Hilfe bei der Leitung nötig ist, etwa ein zweiter Einsatzgeber. Kläre, ob eine zweite Person beim Einsatzgeben hilft, wenn die Gruppen weit auseinanderstehen und eine Leitung allein nicht ausreicht.