Minimal Music
Repetitiver Musikstil seit den 1960ern.
Was es bedeutet
Minimal Music bezeichnet eine Richtung, die in den 1960er Jahren in den Vereinigten Staaten entstand und mit wenigen musikalischen Elementen arbeitet, die vielfach wiederholt und dabei allmählich verändert werden. Kennzeichnend sind ein gleichmäßiger Puls, einfache tonale oder modale Harmonik, kurze Figuren und lange Zeitverläufe, in denen sich Veränderungen so langsam vollziehen, dass sie beim Hören erst nachträglich bewusst werden.
Musikalische Verwendung
Verwendete Verfahren sind unter anderem die schrittweise Verschiebung zweier gleicher Stimmen gegeneinander, das allmähliche Hinzufügen oder Weglassen von Tönen einer Figur und das Übereinanderlegen von Mustern unterschiedlicher Länge, die erst nach vielen Durchgängen wieder zusammentreffen. Die Aufmerksamkeit richtet sich dadurch weniger auf Themen und Entwicklung als auf das Hören von Prozessen und auf Klangdetails, die durch Wiederholung hervortreten. Die Wirkung auf Popularmusik und Filmmusik war erheblich. Der Name betont die Beschränkung des Materials, nicht die Kürze der Stücke, die oft lang sind.
Minimal Music entstand in den 1960er Jahren in den USA mit La Monte Young, Terry Riley, Steve Reich und Philip Glass. Kennzeichen sind wiederholte Muster, gleichmäßiger Puls, langsame Veränderung und tonale Harmonik. Rileys In C von 1964 gilt als frühes Schlüsselwerk. ## Spielpraxis
Zähle unbedingt und verlasse dich nicht auf das Gehör; bei vielfacher Wiederholung verliert man leicht die Stelle. Halte Puls und Anschlag absolut gleichmäßig — jede persönliche Gestaltung stört den Prozess. Markiere in der Stimme die Zahl der Wiederholungen und die Wechselstellen. Übe Verschiebungsverfahren zu zweit langsam, bis die Übergänge sicher sitzen. Plane Kräfte und Konzentration, weil solche Werke lang sind und körperlich fordernd sein können.
die Werke oft lang sind und Konzentration wie Körper fordern: Plane Pausen im Üben ein und arbeite an einer entspannten Haltung, weil Verspannungen sich über lange Strecken aufbauen. Kläre im Ensemble, wer Wechsel signalisiert und wie sie erkennbar gemacht werden. Kläre, ob eine Aufführung Verstärkung braucht, weil viele Werke dieser Art dafür eingerichtet sind.