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Instrument

Akkordeon

Handzuginstrument mit Tasten und Balg.

Was es bedeutet

Das Akkordeon ist ein Handzuginstrument: Zwischen zwei Gehäuseteilen sitzt ein Faltenbalg, den der Spieler zieht und drückt. Die bewegte Luft bringt durchschlagende Metallzungen zum Schwingen, die in Stimmplatten eingelassen sind. Die rechte Hand bedient je nach Bauart eine Klaviatur mit Tasten oder ein Knopfsystem, die linke eine Reihe von Bässen und Akkordknöpfen, bei der Standardbassanlage in Quintenfolge angeordnet; Instrumente mit Melodiebass erlauben links auch einzelne Töne über mehrere Oktaven. Register schalten mehrere Zungenchöre zusammen und verändern so Umfang und Klangfarbe.

Musikalische Verwendung

Das Akkordeon entstand im 19. Jahrhundert und verbreitete sich rasch, weil es Melodie, Bass und Akkorde in einem einzigen, tragbaren Instrument vereint. Es ist in zahlreichen volksmusikalischen Traditionen Europas und Amerikas zu Hause, dient als Tanz- und Unterhaltungsinstrument und hat seit dem 20. Jahrhundert auch ein eigenständiges Kunstmusikrepertoire, das vor allem den Melodiebass und die Klangmöglichkeiten des Balgs nutzt. Verwandte, aber eigene Instrumente sind das Bandonion und die Concertina, die sich in Klaviaturanordnung und Bauweise unterscheiden.

Spielpraxis

Der Balg ist das Ausdrucksorgan: Aus seiner Führung entstehen Lautstärke, Anschwellen, Akzente und Phrasierung, während die Tasten nur die Tonhöhe bestimmen. Plane Balgwechsel deshalb wie ein Bläser seine Atemstellen — möglichst an Phrasengrenzen und nie mitten in einem Melodiebogen. Achte auf gleichmäßigen Zug, damit der Ton nicht zu Beginn springt. Sitze aufrecht, mit stabilem Gurtsitz, und halte die linke Hand so, dass der Daumen frei bleibt und die Finger die Knopfreihen ertasten können; die Orientierung erfolgt dort ausschließlich über den Tastsinn. Übe Registerwechsel gesondert, da sie eine Hand kurz von der Klaviatur nehmen. Lagere das Instrument stehend und trocken, weil Feuchtigkeit die Stimmzungen verstimmt.

Für den Klang ist außerdem die Registerwahl entscheidend: Mehrere gleichzeitig geschaltete Zungenchöre geben Fülle, kosten aber Durchsichtigkeit und verbrauchen mehr Luft, sodass Balgwechsel häufiger nötig werden. In Kammermusik und im Zusammenspiel mit Streichern lohnt eine schlanke Registrierung, damit die Partner hörbar bleiben. Achte auf die Geräusche der Mechanik und des Balgs; sie lassen sich durch ruhige Bewegungen und rechtzeitiges Ansetzen weitgehend vermeiden. Bei Werken mit Melodiebass prüfe vorher, ob dein Instrument den geforderten Umfang wirklich bietet.