Allegretto
Etwas gemäßigter als Allegro, heiter bewegt — rund 98 bis 120 Schläge.
Was es bedeutet
Allegretto ist die Verkleinerungsform von Allegro: etwas weniger schnell, etwas leichter, heiter bewegt. Als Richtwert werden häufig rund 98 bis 120 Schläge pro Minute genannt; je nach Ausgabe, Epoche und Taktart kann das deutlich abweichen, und historische Metronomangaben sind in dieser Frage umstritten.
Im Gefüge der Tempowörter liegt Allegretto zwischen Moderato und Allegro. Gegenüber Allegro fehlt der Zug ins Drängende, gegenüber Andante ist die Bewegung deutlich lebhafter. Zu unterscheiden ist Allegretto außerdem von Allegro moderato: Dort bleibt das Grundwort Allegro bestehen und wird nur eingeschränkt, während Allegretto eine eigene, mildere Tempostufe bezeichnet. Wie bei vielen italienischen Tempowörtern ist der Charakter mitgemeint — allegro heißt zunächst „fröhlich", und diese Heiterkeit bleibt in der Verkleinerungsform erhalten, oft mit einem Zug ins Anmutige oder leicht Tänzerische.
Im Notenbild
Die Angabe steht über dem ersten System eines Satzes oder Abschnitts und wird häufig zum Namen des Satzes. Ergänzende Wörter wie grazioso oder scherzando präzisieren den Charakter. Metronomzahlen daneben stammen oft vom Herausgeber und sind als Richtwert zu lesen.
Musikalische Verwendung
Allegretto erscheint gern in Mittelsätzen, die weder wirklich langsam noch schnell sein sollen, und ersetzt dort gelegentlich das erwartete Adagio. Ebenso verbreitet ist es in tänzerischen Sätzen und in Variationenfolgen, deren Thema einen schlichten, liedhaften Charakter hat. Weil das Tempo in der Mitte liegt, eignet es sich für Musik, die eher spricht als drängt.
In der Klassik steht es oft über Menuetten und Rondos. ## Spielpraxis
Wähle ein Tempo, in dem die kleinsten Notenwerte noch deutlich bleiben und die längsten nicht stehen — das ist der verlässlichere Maßstab als jede Zahl. Halte den Puls gleichmäßig; die Heiterkeit entsteht aus Leichtigkeit, nicht aus Drängen. Spiele die Begleitung eher kurz und federnd als schwer, und achte auf klare, aber nicht harte Betonungen. Wenn eine Stelle hektisch wirkt, ist das Tempo meist eine Spur zu hoch gewählt.