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Tempo

Allegro

Schnell, lebhaft, fröhlich.

Was es bedeutet

Allegro heißt im Italienischen zunächst „fröhlich, munter" und erst in zweiter Linie „schnell". Diese Doppelbedeutung ist für das Verständnis wichtig: Die Angabe verlangt nicht nur ein rasches Tempo, sondern eine aufgeweckte, zupackende Haltung. Als Richtwert werden häufig etwa 120 bis 156 Schläge pro Minute genannt, doch die Spanne ist groß und hängt von Taktart, Notenwerten und Epoche ab.

Im Verhältnis zu den Nachbarwörtern gilt: Allegretto ist die mildere, Allegrissimo die gesteigerte Form. Presto meint ein deutlich schnelleres Tempo, Vivace betont eher die Lebhaftigkeit als die reine Geschwindigkeit. Häufig tritt Allegro mit Zusätzen auf, die es präzisieren oder einschränken — ma non troppo, assai, moderato, con brio —, und diese Zusätze verändern das Tempo oft stärker als das Grundwort selbst.

Im Notenbild

Die Angabe steht über dem ersten System und wird in der Regel zum Namen des Satzes; von „dem Allegro" einer Sinfonie zu sprechen, meint den so überschriebenen Satz. Innerhalb eines Werks markiert Allegro nach einer langsamen Einleitung den Beginn des Hauptteils. Metronomzahlen daneben stammen oft vom Herausgeber und sind als Richtwert zu lesen.

Musikalische Verwendung

Allegro ist die Standardbezeichnung des ersten Satzes in Sonate, Sinfonie, Streichquartett und Solokonzert der Wiener Klassik. Dort ist der Satz zugleich Träger der Sonatenhauptsatzform, sodass das Wort in der Praxis mehr bezeichnet als ein Tempo: einen Satztyp mit eigenem formalen Anspruch. Auch Schlusssätze tragen die Angabe häufig, dann oft mit einem steigernden Zusatz.

Spielpraxis

Suche das Tempo, in dem die schnellsten Figuren noch deutlich und die Themen noch sprechend bleiben. Zähle je nach Taktart in größeren Einheiten, damit der Satz nicht in Einzelschläge zerfällt. Arbeite die metrischen Schwerpunkte heraus — ein Allegro lebt vom Gefälle zwischen schweren und leichten Zeiten, nicht von durchgehender Betonung. Und übe langsam mit derselben Artikulation, die du später brauchst; im Tempo lässt sich eine ungenaue Tongebung nicht mehr korrigieren.