Accelerando
Allmähliche Beschleunigung des Tempos, Abk. accel.
Was es bedeutet
Accelerando geht auf das italienische accelerare, „beschleunigen", zurück und verlangt, das Tempo nach und nach zu steigern. Abgekürzt steht accel. Die Beschleunigung ist ein Prozess: Sie beginnt dort, wo das Wort notiert ist, und führt über eine Strecke von einigen Tönen bis zu mehreren Takten in ein deutlich schnelleres Zeitmaß. Ein Zielwert wird dabei fast nie genannt; wie weit es geht, ergibt sich aus dem musikalischen Zusammenhang.
Accelerando ist das Gegenstück zu ritardando und rallentando. Von più mosso unterscheidet es sich darin, dass dort ab einer bestimmten Stelle sofort schneller gespielt wird, ohne Übergang. Verwandt, aber nicht gleichbedeutend ist stringendo: Dieses meint ein Drängen, bei dem neben dem Tempo auch die Spannung wächst, während accelerando zunächst nur die Geschwindigkeit betrifft.
Im Notenbild
Das Wort oder die Abkürzung steht kursiv über dem System und gilt ab dieser Stelle. Erstreckt sich die Beschleunigung über mehrere Takte, führen viele Ausgaben eine gestrichelte Linie oder eine Reihe von Bindestrichen bis zum Ende mit. Beendet wird die Wirkung durch a tempo, tempo primo oder eine neue Tempoangabe; fehlt eine solche Angabe, gilt sie bis zum Abschnittsende.
Musikalische Verwendung
Ein accelerando steigert die Unruhe und drängt auf ein Ziel zu. Es steht typischerweise in Überleitungen, in Steigerungspassagen vor einem Höhepunkt und in Schlussabschnitten, die zum Ende hin mitreißen sollen. Auch viele Volkstänze folgen dem Prinzip, dass ein langsamer Teil in einen zunehmend schnelleren übergeht. Weil die Wirkung stark ist, setzen Komponisten das Zeichen sparsam ein — ein zu früh begonnenes accelerando verbraucht die Steigerung, bevor sie gebraucht wird.
Spielpraxis
Beginne langsamer, als du meinst: Die häufigste Schwäche ist, dass die ersten Töne schon zu schnell sind und für den Rest keine Reserve bleibt. Denke die Beschleunigung in gleichmäßigen Schritten und lege vorher fest, welches Tempo am Ende stehen soll. Achte darauf, dass die Töne nicht kürzer, sondern nur dichter werden — sonst klingt die Passage gehetzt statt drängend. Im Ensemble braucht es einen, der führt; alle anderen hören auf die Stimme mit der schnellsten Bewegung, denn dort wird das Tempo zuerst kritisch.