A tempo
Rückkehr zum ursprünglichen Tempo nach einer Veränderung.
Was es bedeutet
A tempo ist italienisch und heißt wörtlich „im Zeitmaß". Die Anweisung hebt eine vorangegangene Tempoänderung wieder auf: Nach einem ritardando, einem accelerando oder einer freien Stelle kehrt die Musik zu dem Tempo zurück, das vor der Änderung gegolten hat. A tempo nennt also kein neues Tempo, sondern verweist auf ein bereits bekanntes. Damit unterscheidet es sich von Angaben wie Allegro oder ♩ = 120, die ein Tempo eigenständig festlegen.
Zu unterscheiden ist a tempo außerdem von tempo primo (auch tempo I): tempo primo verlangt ausdrücklich das Anfangstempo des Stücks, auch wenn zwischenzeitlich ein ganz anderes Tempo eingeführt wurde. A tempo meint dagegen nur das unmittelbar zuvor gültige Tempo — das kann, muss aber nicht das Anfangstempo sein.
Im Notenbild
Die Angabe steht über dem System, meist kursiv, und gilt ab der Note, über der sie erscheint. Sie folgt in aller Regel kurz nach einer Tempoänderung, häufig unmittelbar nach dem Ende eines mit Strichlinie geführten ritardando. In Klavier- und Kammermusikausgaben findet sie sich in jeder beteiligten Stimme, damit alle Spieler den gemeinsamen Wiedereinsatz sehen.
Manche Ausgaben ergänzen a tempo durch eine Metronomzahl in Klammern. Diese Zahlen stammen oft von den Herausgebern und nicht vom Komponisten; sie sind als Richtwert zu lesen und können sich je nach Ausgabe unterscheiden.
Musikalische Verwendung
A tempo markiert fast immer eine formale Naht: das Ende einer Überleitung, die Rückkehr eines Hauptthemas, den Neubeginn nach einer Kadenz. Die Wirkung liegt im Kontrast — je deutlicher das vorangegangene Zurücknehmen war, desto stärker wirkt die Rückkehr als Aufatmen oder als neuer Anlauf. In der Musik der Wiener Klassik steht a tempo meist knapp und sachlich; in der Romantik wird es Teil einer größeren Tempodramaturgie mit häufigem Wechsel zwischen Dehnen und Wiederherstellen.
Spielpraxis
Nimm das alte Tempo sofort und vollständig wieder auf, nicht allmählich — sonst verwischt die Wirkung. Hilfreich ist, das Grundtempo innerlich mitzuzählen, während du verlangsamst, damit du beim Wiedereinsatz einen festen Bezugspunkt hast. Im Ensemble lohnt es sich, die Stelle bewusst zu proben: Wer zuerst wieder im Tempo ist, gibt den anderen den Impuls. Achte darauf, dass die Rückkehr nicht lauter wird, nur weil sie schneller wird — Tempo und Dynamik sind hier unabhängig voneinander.