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Tempo

A tempo

„A tempo“ ist Italienisch und bedeutet „im Zeitmaß“. Die Anweisung hebt eine vorherige Tempoänderung auf, etwa ein Ritardando, und führt zurück ins Grundtempo des Stücks. Man findet sie fast immer direkt hinter „rit.“, „rall.“ oder „poco riten.“.

Bedeutung
wieder im ursprünglichen Tempo
Sprache
Italienisch
Hebt auf
ritardando, rallentando, accelerando, rubato
Zeigt an
das Grundtempo gilt wieder, bis eine neue Angabe kommt

Das Grundtempo zurückholen

Auf der Seite Tempo steht: Musik bleibt selten strikt gleich schnell. Das allmähliche Schnellerwerden heißt accelerando, das allmähliche Langsamerwerden ritardando. Beide sind starke Ausdrucksmittel: Beschleunigung treibt und steigert, Verlangsamung beruhigt oder kündigt einen Schluss an. Am Ende vieler Stücke steht ein ritardando, das den Schluss vorbereitet, wie ein Zug, der sanft in den Bahnhof einrollt. Feiner noch ist das rubato, ein freies, leichtes Dehnen und Drängen der Zeit.

Irgendwann muss das Stück wieder in sein ursprüngliches Tempo zurückfinden. Das sagt „a tempo“. Die Anweisung gilt, bis eine neue Tempoangabe kommt.

Wichtig ist der Unterschied zu „tempo primo“. A tempo meint das unmittelbar zuvor gültige Tempo. Das kann das Anfangstempo sein, muss es aber nicht. „Tempo primo“ verlangt dagegen ausdrücklich das Anfangstempo des Stücks, auch wenn zwischenzeitlich ein ganz anderes Tempo eingeführt wurde.

StückVerlangsamungRückkehr
Carcassi, Etüde Nr. 7„poco riten.“ in Takt 8„a tempo“ in Takt 9
Carcassi, Etüde Nr. 13„rall.“ in Takt 20„a Tempo.“ in Takt 21
Schubert, Der Musensohn„rit.“ in Takt 65„a tempo“ in Takt 66
Dvořák, Sinfonie Nr. 9„rit.“ im ersten Takt der PDF-Seite 18„a tempo“ im zweiten Takt derselben Seite

Aufgabe für Spielerin und Spieler

Die Schwierigkeit liegt in der Rückkehr: Nach einem Ritardando soll das Tempo wieder genau dort sein, wo es vorher war, nicht schneller und nicht langsamer. Die Seite Tempo beschreibt, wozu das Metronom dient: Es deckt gnadenlos auf, wo man unbewusst schneller oder langsamer wird. Wer ein Stück übt, kann das Metronom auf das Grundtempo stellen, die Stelle mit „rit.“ ohne Metronom spielen und beim „a tempo“ prüfen, ob man wieder im selben Takt landet.

Selbst ausprobieren: Mit dem Metronom auf der Seite Werkzeuge stellst du das Grundtempo ein. Spiele bis zum „rit.“, dehne die Zählzeiten und gehe beim „a tempo“ wieder auf den Klick zurück.

A tempo im Notenbild

Vier Blätter aus dem Archiv zeigen die Anweisung. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: erst eine Verlangsamung, dann „a tempo“.

Gitarre

Gesang und Klavier

Orchester

In der Carcassi-Etüde steht das „a tempo“ an einer klaren Gliederungsstelle: Der Abschnitt davor endet mit einem Doppelstrich, und mit Takt 9 beginnt ein neuer Teil. Bei Schubert und Dvořák folgt das „a tempo“ unmittelbar auf die Verlangsamung im Nachbartakt.

Häufige Fehler

  • A tempo als „schnell“ lesen: Es heißt nicht schneller, sondern zurück zum Grundtempo.
  • Zu früh oder zu spät zurückkehren: Das „a tempo“ gilt ab dem Takt, über dem es steht.
  • Die Rückkehr nicht prüfen: Nach einem Ritardando landet man leicht im falschen Tempo. Das Metronom zeigt es.