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Tempo

Rallentando

Italienisch für „langsamer werdend“. Das Tempo wird nach und nach zurückgenommen, bis es die angegebene Stelle erreicht oder bis „a tempo“ es wieder aufhebt. Abgekürzt wird es „rall.“.

Abkürzung
rall.
Bedeutung
allmählich langsamer
Gegenteil
accelerando
Aufgehoben durch
a tempo oder Tempo primo
Verwandt
ritardando, ritenuto, lentando

Ein Rallentando ist eine Tempoveränderung. Es verlangsamt den Puls nicht auf einen Schlag, sondern Schritt für Schritt. Am Ende von Phrasen, Abschnitten oder Stücken kündigt es den Schluss an: Wie ein Zug, der langsam in den Bahnhof einfährt, nimmt die Musik Fahrt heraus. Die Abkürzung „rall.“ steht über dem System, meist an der Stelle, ab der das Tempo nachlassen soll.

Wie weit, wie lange?

Die Angabe nennt weder die Dauer des Rallentandos noch die Stärke. Das ist Sache der Interpretation. Hinweise geben Zusätze wie „poco“ (ein wenig) oder „molto“ (stark), manchmal eine gestrichelte Linie über dem System, die zeigt, wie lange es dauern soll. Endet das Rallentando, steht an der Stelle meist „a tempo“ oder „Tempo primo“. Das Lied von Fauré unten zeigt ein kurzes Beispiel dafür.

AngabeAbkürzungBedeutung
rallentandorall.allmählich langsamer
ritardandorit., ritard.allmählich langsamer, verzögernd
ritenutorit., riten.zurückgehalten, sofort langsamer
accelerandoaccel.allmählich schneller
a tempo–zurück zum vorigen Tempo

Rallentando oder Ritardando?

In der Praxis sind beide Begriffe fast austauschbar: Beide verlangsamen allmählich. „Rallentando“ wird manchmal etwas stärker mit „nachlassen“ verbunden, „Ritardando“ mit „verzögern“. Ein Ritenuto dagegen meint ein sofortiges Zurückhalten. Weil „rit.“ für beide Begriffe stehen kann, entscheidet der Zusammenhang, wie die Stelle zu spielen ist.

Beispiele aus dem Notenarchiv

Die beiden Stücke unten zeigen die Angabe an zwei unterschiedlichen Stellen: mitten im Lied, mit anschließendem „a Tempo“, und am Ende eines Klavierstücks vor der Fermate.

Gesang und Klavier

Klavier zu vier Händen

Zum Üben: Spiele eine Tonleiter in gleichmäßigen Vierteln und werde in den letzten vier Tönen allmählich langsamer. Der Unterschied zum Ritenuto: Hier gibt es keinen Sprung, sondern einen gleitenden Übergang.