Tempo primo
Zurück zum Anfangstempo des Stücks.
Was es bedeutet
Tempo primo heißt „erstes Tempo" und verlangt die Rückkehr zu dem Zeitmaß, mit dem der Satz begonnen hat. Abgekürzt erscheint es als tempo I oder tempo 1. Gleichbedeutend sind Wendungen wie tempo I<sup>mo</sup>.
Der Unterschied zu a tempo ist wichtig und wird oft übersehen. A tempo stellt das Tempo wieder her, das unmittelbar vor der letzten Änderung galt — das kann ein Zwischentempo sein. Tempo primo greift dagegen über alle zwischenzeitlichen Tempi hinweg auf das Anfangstempo zurück. In einem Satz, der vom Anfangstempo über mehrere Stufen weitergegangen ist, führen die beiden Angaben deshalb an verschiedene Ziele.
Verwandt sind Angaben wie tempo I<sup>mo</sup> ma più tranquillo, die das Anfangstempo aufrufen und zugleich abwandeln.
Im Notenbild
Die Angabe steht kursiv über dem System an der Stelle, ab der sie gilt, und wirkt bis zu einer neuen Tempoangabe. Sie erscheint typischerweise nach einem Mittelteil mit eigenem Tempo oder nach einer Folge von Tempowechseln. Manche Ausgaben wiederholen an dieser Stelle das ursprüngliche Tempowort oder die Metronomzahl, was die Absicht eindeutig macht.
Musikalische Verwendung
Der klassische Ort ist die Rückkehr des ersten Teils in dreiteiligen Formen: Nach einem kontrastierenden Mittelteil kehren Thema und Tempo zugleich zurück. Auch am Beginn einer Coda steht die Angabe häufig, wenn ein Satz nach Tempoänderungen zu seinem Ausgangspunkt zurückfindet. In Werken mit vielen Tempowechseln ist sie das verlässliche Mittel, um Ordnung herzustellen.
Es wird mit Tempo I notiert. ## Spielpraxis
Präge dir das Anfangstempo bewusst ein, bevor du den Satz beginnst — es ist der Bezugspunkt, zu dem du später zurückfindest. Nimm es an der Stelle sofort und vollständig, nicht allmählich. Prüfe im Vergleich, ob du wirklich beim ersten Tempo angekommen bist; nach einem langsamen Mittelteil bleibt man leicht darunter. Und lies genau, ob tempo primo oder a tempo steht: Die beiden Angaben meinen nicht dasselbe.