Meno mosso
„Weniger bewegt“ — ab hier langsamer als zuvor.
Was es bedeutet
Meno mosso heißt „weniger bewegt" und verlangt, ab der bezeichneten Stelle langsamer zu spielen als zuvor. Die Angabe nennt kein absolutes Tempo, sondern setzt das neue ins Verhältnis zum alten. Wie groß der Unterschied sein soll, bleibt offen; in der Praxis ist eine deutliche, aber nicht dramatische Zurücknahme gemeint.
Entscheidend ist, dass der Wechsel unvermittelt geschieht. Darin liegt die Abgrenzung zu ritardando, rallentando und lentando, die alle ein allmähliches Langsamerwerden verlangen. Meno mosso dagegen setzt ein neues Tempo, das ab dem ersten Ton gilt. Verwandt ist ritenuto, das ebenfalls eine sofortige Zurücknahme meint, dabei aber eher ein Zurückhalten innerhalb einer Phrase bezeichnet als das Tempo eines ganzen Abschnitts.
Das Gegenstück ist più mosso.
Im Notenbild
Die Wendung steht kursiv über dem System an der Stelle, ab der sie gilt, und wirkt bis zu einer neuen Tempoangabe oder bis zum Ende des Abschnitts. Manche Ausgaben ergänzen eine Metronomzahl, die dann häufig vom Herausgeber stammt. Nach dem Abschnitt stellt a tempo oder tempo primo das frühere Tempo wieder her.
Musikalische Verwendung
Die Angabe markiert in der Regel einen neuen Formteil: das Seitenthema eines Satzes, den Mittelteil eines dreiteiligen Stücks, eine ruhige Episode innerhalb eines bewegten Ablaufs. Sie schafft Kontrast, ohne den Zusammenhang aufzugeben, weil das neue Tempo auf das alte bezogen bleibt. In der Musik des 19. Jahrhunderts, in der Tempo als Gestaltungsmittel frei gehandhabt wird, ist sie besonders häufig.
Spielpraxis
Nimm das neue Tempo sofort und vollständig, ohne Übergang — ein schleichendes Langsamerwerden macht aus der Angabe ein ritardando. Lege vorher fest, wie viel langsamer du wirst, und prüfe, ob das neue Tempo zur Bewegung des Abschnitts passt. Im Ensemble ist der erste Takt entscheidend: Wer dort noch schwankt, bringt alle anderen mit. Und merke dir das Ausgangstempo, denn bei a tempo musst du dorthin zurückfinden.