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Theorie

Metronom

Taktmessgerät nach Mälzel kalibriert.

Was es bedeutet

Das Metronom ist ein Gerät, das gleichmäßige Schläge in einstellbarer Geschwindigkeit erzeugt und damit ein Tempo hörbar macht. Die Angabe erfolgt in Schlägen je Minute, bezogen auf einen bestimmten Notenwert: „♩ = 72" bedeutet 72 Viertel in der Minute. Die traditionelle Bauform mit Pendel und Gewicht trägt den Namen ihres Verbreiters Mälzel, woher die verbreitete Abkürzung M.M. stammt; daneben gibt es elektronische Geräte und Anwendungen.

Musikalische Verwendung

Mit dem Metronom wurde erstmals möglich, ein Tempo eindeutig anzugeben. Vorher standen dafür nur die italienischen Bezeichnungen zur Verfügung, die einen Charakter und ein ungefähres Zeitmaß benennen, aber Spielraum lassen — und diesen Spielraum auch bewusst offenhalten.

Mit metronomischen Angaben ist gleichwohl sorgsam umzugehen. Nicht alle in Ausgaben gedruckten Angaben stammen vom Komponisten; viele wurden von Herausgebern hinzugefügt. Bei einigen überlieferten Angaben des 19. Jahrhunderts wird zudem diskutiert, ob sie so gemeint sind, wie sie heute gelesen werden. Und selbst eine gesicherte Angabe beschreibt ein Zeitmaß, nicht die Gestaltung: Ein Satz, der durchgehend exakt im Metronomtakt gespielt wird, wirkt in der Regel starr, weil Phrasenenden, Höhepunkte und Übergänge kleine Dehnungen verlangen.

Bei älterer Musik fehlen solche Angaben ganz; das Tempo ergibt sich dort aus der Taktart, den kleinsten vorkommenden Notenwerten, dem Charakter und, bei Tänzen, aus der zugrunde liegenden Bewegung.

Das Metronom wurde 1815 von Johann Nepomuk Mälzel patentiert, der dabei auf eine Erfindung von Dietrich Nikolaus Winkel zurückgriff. Beethoven gehörte zu den ersten Komponisten, die Metronomangaben in ihre Werke eintrugen; viele seiner Angaben werden bis heute kontrovers diskutiert. Die Abkürzung M.M. steht für Mälzels Metronom. ## Spielpraxis

Nutze das Metronom zum Kontrollieren, nicht zum Begleiten: Prüfe damit, ob eine Passage gleichmäßig ist, und spiele sie danach ohne. Übe schwierige Stellen langsam und steigere in kleinen Schritten. Stelle es gelegentlich so ein, dass es nur auf jede zweite Zählzeit oder nur auf den Taktbeginn schlägt — das schult das innere Zeitmaß weit besser als ein Schlag auf jeder Note.