Takt
Metrisch gegliederte Zeiteinheit.
Was es bedeutet
Der Takt ist die metrisch gegliederte Zeiteinheit der Musik: eine Gruppe von Zählzeiten, die durch ein regelmäßiges Gefälle von schweren und leichten Zeiten zusammengehalten wird. Jeder Takt beginnt mit der betonten Eins; die folgenden Zählzeiten sind leichter, wobei größere Takte zusätzliche Nebenschwerpunkte haben.
Das Wort hat mehrere Bedeutungen, die auseinanderzuhalten sind. Es bezeichnet erstens die Einheit zwischen zwei Taktstrichen, zweitens die Taktart, also das Muster dieser Einheit, und drittens umgangssprachlich den Schlag selbst („im Takt bleiben"). Vom Rhythmus unterscheidet sich der Takt dadurch, dass er das gleichbleibende Ordnungsgerüst liefert, während der Rhythmus die wechselnde Verteilung der Töne darauf ist. Vom Tempo unterscheidet er sich dadurch, dass er nichts über die Geschwindigkeit sagt.
Im Notenbild
Takte werden durch senkrechte Taktstriche voneinander getrennt. Die Taktart steht als Bruchzahl oder als Zeichen am Zeilenanfang und gilt bis zu einem Wechsel. Die Taktzählung beginnt beim ersten vollständigen Takt; ein Auftakt bleibt ungezählt. In Partituren und Stimmen stehen Taktzahlen am Zeilenanfang oder in regelmäßigen Abständen, damit sich alle Beteiligten schnell verständigen können.
Musikalische Verwendung
Die durchgehende Takteinteilung setzt sich im Verlauf des 16. und 17. Jahrhunderts durch; ältere Musik ist ohne Taktstriche notiert und folgt anderen Ordnungsprinzipien. Seither ist der Takt das Grundgerüst fast aller notierten Musik. Komponisten arbeiten ebenso mit ihm wie gegen ihn: Synkopen, Verschiebungen und Taktwechsel gewinnen ihre Wirkung gerade daraus, dass ein regelmäßiges Muster erwartet wird.
Weitere Bezeichnungen
Misura ist die italienische Bezeichnung für Takt. In Spielanweisungen begegnet sie etwa als senza misura (frei im Takt) oder a misura (wieder streng im Takt).
Spielpraxis
Zähle nicht nur mit, sondern empfinde das Gefälle: Eine Reihe gleich betonter Zählzeiten ist kein Takt. Orientiere dich beim Üben an den Taktschwerpunkten, nicht an den Taktstrichen — der Strich ist ein Lesezeichen, kein Akzent. Nutze die Taktzahlen beim Proben, um Stellen zu benennen. Und achte darauf, dass ein Auftakt oder eine Synkope die Taktordnung nicht aufhebt: Sie bleibt im Hintergrund bestehen, auch wenn die Töne anderswo liegen.