Taktart
Festgelegte Zähleinheit eines Taktes.
Was es bedeutet
Die Taktart legt fest, wie viele Zählzeiten ein Takt hat und welcher Notenwert die Zählzeit bildet. Die Bruchzahl 3/4 bedeutet: drei Zählzeiten, jede eine Viertel. Die obere Zahl nennt die Anzahl, die untere den Notenwert.
Unterschieden werden einfache und zusammengesetzte Taktarten. Bei den einfachen — 2/4, 3/4, 4/4 — teilt sich die Zählzeit in zwei Teile. Bei den zusammengesetzten — 6/8, 9/8, 12/8 — teilt sie sich in drei; dort nennt die Bruchzahl nicht die Zählzeiten, sondern deren Drittel, und die eigentliche Zählzeit ist die punktierte Viertel. Daneben stehen die ungeraden Taktarten wie 5/4 oder 7/8, deren Gruppen ungleich groß sind.
Von der Taktart zu trennen ist das Tempo: Sie sagt nichts darüber, wie schnell gespielt wird, sondern nur, wie die Zeit gegliedert ist.
Im Notenbild
Die Taktangabe steht am Zeilenanfang hinter Schlüssel und Vorzeichnung, nicht an jeder Zeile, sondern nur zu Beginn und bei einem Wechsel. Statt Ziffern stehen gelegentlich die Zeichen C für den Viervierteltakt und ¢ für den Alla-breve-Takt. Die Balkung der Achtel und Sechzehntel folgt der Taktart und macht ihre Gliederung im Schriftbild sichtbar.
Musikalische Verwendung
Die Wahl der Taktart prägt den Charakter eines Stücks und hängt eng mit der Gattung zusammen: Walzer und Menuett im Dreivierteltakt, Marsch und Polka im Zweivierteltakt, Gigue und Tarantella im Sechsachteltakt. In der Musik des 20. Jahrhunderts wird die Taktart beweglicher gehandhabt, bis hin zum taktweisen Wechsel. Wo eine Musik in großen Bögen ohne festes Metrum verläuft, entfällt die Taktangabe mitunter ganz.
Spielpraxis
Sieh dir vor dem Spielen an, welche Einheit tatsächlich die Zählzeit ist — bei zusammengesetzten Taktarten ist es nicht der Notenwert im Nenner. Prüfe, worauf sich eine Metronomangabe bezieht. Empfinde die Schwerpunkte, statt alle Zählzeiten gleich zu behandeln. Und achte bei einem Taktwechsel darauf, welcher Notenwert gleich bleibt: Davon hängt ab, ob sich das Tempo ändert.