Notenwert
Dauer eines Notenzeichens.
Was es bedeutet
Der Notenwert ist die Dauer, die ein Notenzeichen bezeichnet. Die deutschen Namen benennen unmittelbar das Verhältnis zur Ganzen: Halbe, Viertel, Achtel, Sechzehntel, Zweiunddreißigstel — jeder Wert ist halb so lang wie der vorhergehende. Dieses System ist relativ: Es legt die Verhältnisse fest, nicht die wirkliche Zeit. Wie lang eine Viertel dauert, sagt erst die Tempoangabe.
Im Notenbild
Die Ganze Note besteht aus einem leeren Kopf ohne Hals, die Halbe aus leerem Kopf mit Hals, die Viertel aus ausgefülltem Kopf mit Hals; ab der Achtel kommt für jede Halbierung ein Fähnchen oder ein Balken hinzu. Zu jedem Notenwert gehört eine gleichwertige Pause mit eigenem Zeichen. Ein Punkt rechts vom Kopf verlängert um die Hälfte, ein zweiter Punkt um ein weiteres Viertel. Werte, die sich mit Punkten nicht darstellen lassen, entstehen durch Haltebogen. Unregelmäßige Teilungen — Triole, Quartole, Quintole — tragen ihre Ziffer über der Gruppe und teilen einen Wert in eine Anzahl gleicher Teile, die das übliche Verhältnis durchbricht.
Musikalische Verwendung
Das heutige System beruht durchgehend auf der Zweiteilung; Dreiteiligkeit muss eigens angezeigt werden, durch Punktierung, durch Triolen oder durch eine Taktart mit dreiteiliger Zählzeit. Das war nicht immer so: In der Mensuralnotation konnte jeder Wert von sich aus zwei- oder dreiteilig sein, und welches galt, bestimmte das Mensurzeichen. Die heutige Ganze Note geht auf die Semibrevis jenes Systems zurück, also auf einen mittleren Wert, der erst durch die allmähliche Verlangsamung der Bezugseinheit an die Spitze rückte.
Notenwerte bilden eine Zweierreihe. ## Spielpraxis
Trenne beim Erarbeiten Rhythmus und Tonhöhe: Klopfe oder sprich eine schwierige Stelle zuerst nur im Rhythmus, bevor du sie spielst. Zähle in der kleinsten vorkommenden Einheit, wenn das Verhältnis unsicher ist, und reduziere erst danach. Halte lange Werte wirklich aus — sie werden fast immer zu kurz genommen, besonders vor einem Einsatz.