Metrik
Lehre vom Takt- und Versmaß.
Was es bedeutet
Metrik ist die Lehre vom regelmäßigen Maß der Zeit in Musik und Vers: von Zählzeiten, Takten und ihren Betonungsverhältnissen. Sie beschreibt das gleichmäßige Raster, gegen das sich das tatsächliche rhythmische Geschehen abhebt. Davon zu unterscheiden ist die Rhythmik, die den konkreten Verlauf der Dauern betrifft — das Metrum ist das Maß, der Rhythmus das, was darin geschieht.
Im Notenbild
Das Metrum wird durch die Taktangabe festgelegt und durch Taktstriche sichtbar gemacht. Die obere Zahl gibt die Zahl der Zählzeiten an, die untere deren Wert. Aus der Taktart ergibt sich eine Ordnung von schweren und leichten Zählzeiten: Im Viervierteltakt ist die erste am schwersten, die dritte mäßig betont, die zweite und vierte leicht. Zu unterscheiden sind zweiteilige von dreiteiligen Zählzeiten — im Sechsachteltakt zerfällt jede Zählzeit in drei Achtel, nicht in zwei.
Musikalische Verwendung
Über den einzelnen Takt hinaus wirkt das Prinzip auf größerer Ebene weiter: Auch Takte verhalten sich zueinander wie schwere und leichte, und Phrasen bilden regelmäßige Gruppen — die achttaktige Periode ist das bekannteste Beispiel. Diese übergeordnete Ordnung erklärt, warum eine unregelmäßige Taktgruppe auffällt.
Der musikalische Reiz entsteht vielfach aus dem Widerspruch zum Metrum: Die Synkope verschiebt die Betonung gegen die Zählordnung, die Hemiole fasst im Dreiertakt zwei Takte zu drei größeren Einheiten zusammen, das Duol setzt eine Zweiteilung gegen eine dreiteilige Zählzeit. Ohne ein hörbares Metrum gäbe es nichts, wogegen sich das richten könnte.
ältere Musik dieses Raster nicht kennt: Der einstimmige Gesang und die mensurale Mehrstimmigkeit gliedern sich nach Text und Stimmführung, nicht nach Taktstrichen.
Spielpraxis
Halte das Metrum innerlich fest, auch wenn die Musik dagegen läuft — Synkopen wirken nur, wenn das Raster präsent bleibt. Betone die schweren Zählzeiten nicht mechanisch; die Ordnung soll spürbar sein, nicht vorgeführt. Und phrasiere über den Taktstrich hinweg, wo die Melodie es verlangt.