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Theorie

Rhythmik

Lehre vom rhythmischen Verlauf.

Was es bedeutet

Rhythmik bezeichnet die Lehre vom zeitlichen Verlauf der Musik und zugleich die rhythmische Beschaffenheit eines bestimmten Stückes oder Stils. Sie betrifft die Folge der Dauern, ihre Gruppierung und ihr Verhältnis zum zugrunde liegenden Maß. Davon zu unterscheiden ist die Metrik: Diese beschreibt das gleichmäßige Raster aus Zählzeiten und Takten, jene das konkrete Geschehen darin.

Musikalische Verwendung

Der Reiz entsteht oft gerade aus dem Verhältnis beider. Ein Rhythmus, der dem Metrum folgt, wirkt fest und eindeutig; einer, der dagegen läuft, erzeugt Spannung. Die Synkope verschiebt die Betonung gegen die Zählordnung, die Hemiole fasst im Dreiertakt zwei Takte zu drei Einheiten zusammen, Triolen und Duolen setzen eine fremde Teilung gegen die geltende, und in der Polyrhythmik laufen mehrere Gliederungen gleichzeitig.

Rhythmus ist zudem das, woran Musik am leichtesten wiedererkannt wird: Viele Themen bleiben erkennbar, wenn man sie nur klopft, während dieselbe Tonfolge in anderen Werten unkenntlich wird. In der Tanzmusik trägt die rhythmische Formel die Gattung — was ein Menuett von einer Gigue unterscheidet, ist zuerst der Rhythmus.

Historisch hat sich das Verständnis mehrfach gewandelt: Der einstimmige Gesang folgt dem Text, die mensurale Mehrstimmigkeit misst Dauern ohne Taktordnung, die Musik seit dem 17. Jahrhundert stellt das Taktraster in den Mittelpunkt, und das 20. Jahrhundert löst es vielfach wieder auf.

Die Rhythmik umfasst Dauern, Betonungen, Takt und Tempo sowie ihre Gliederung in Gruppen. Man unterscheidet metrische Ordnung, also den regelmäßigen Wechsel von schweren und leichten Zeiten, vom Rhythmus der einzelnen Stimmen, der gegen das Metrum verlaufen kann. In der Musikpädagogik bezeichnet Rhythmik zudem eine Unterrichtsform, die Musik und Bewegung verbindet. ## Spielpraxis

Übe den Rhythmus getrennt von den Tonhöhen — klopfe oder sprich ihn, bevor du spielst; das ist der am häufigsten übersprungene und am schnellsten wirksame Schritt. Halte das Metrum innerlich fest, auch wenn die Musik dagegen läuft. Und achte auf lange Noten: Sie werden regelmäßig verkürzt, besonders vor einem neuen Einsatz.