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Theorie

Harmonik

Die Harmonik ist das System der Akkordverbindungen: die Lehre davon, wie Akkorde gebaut werden, welche Funktionen sie in einer Tonart haben und wie sie aufeinander folgen. Sie entscheidet über Farbe, Stimmung und vor allem über Spannung und Auflösung eines Stücks.

Baustein
Baustein 3 von 7
Einheiten
Intervall, Akkord, Akkordfolge
Funktionen
Tonika, Subdominante, Dominante
Grundfarben
Dur und Moll

Vom Intervall zum Akkord

Die kleinste harmonische Einheit sind zwei gleichzeitig klingende Töne, ein Intervall. Manche Zusammenklänge wirken ruhig und in sich stimmig (konsonant), andere reibungsvoll und nach Fortsetzung verlangend (dissonant). Keines von beiden ist „besser“: Musik lebt vom Wechsel, Dissonanz erzeugt Spannung, Konsonanz löst sie. Klingen drei oder mehr Töne zusammen, spricht man von einem Akkord. Der Grundbaustein ist der Dreiklang. Ob seine Terz groß oder klein ist, entscheidet über Dur oder Moll.

Funktionen

Akkorde haben in einer Tonart Funktionen: Die Tonika ist das Zuhause, die Dominante erzeugt Spannung und verlangt die Rückkehr zur Tonika, die Subdominante führt von der Ruhe weg und bereitet die Spannung vor. Daraus ist ein Großteil aller Musik gebaut, von der Volksweise bis zum Popsong. Die übrigen Stufen wirken als Stellvertreter. Funktionstheorie geht auf Hugo Riemann zurück.

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Akkordfolgen

So wie Töne zu Melodien werden, werden Akkorde zu Akkordfolgen. Die klassische Schlusswendung Subdominante–Dominante–Tonika wirkt wie ein Satz, der sinnvoll endet. Aus wenigen solchen Bausteinen lassen sich ganze Lieder begleiten. Der Quintenzirkel zeigt, welche Akkorde einer Tonart nahestehen. Harmonie und Melodie sind kein Neben-, sondern ein Miteinander: Dieselbe Melodie über verschiedenen Akkorden wechselt ihren Charakter, und ein akkordfremder Ton erzeugt Reibung.

Zum Üben: Du musst keine Akkorde benennen können, um Harmonie zu hören. Achte auf zwei Empfindungen: Fühlt sich der Moment nach Spannung an, die weiterdrängt, oder nach Ruhe, die ankommt? Und: Ist die Farbe eher hell (Dur) oder dunkel (Moll)? Im Akkord-Hörtraining trainierst du genau das.

Häufige Fehler

  • Harmonik mit Melodie verwechseln: Die Melodie ist das Nacheinander der Töne, die Harmonie ihr Gleichzeitig.
  • Dur als „fröhlich“, Moll als „traurig“ festschreiben: Das ist eine grobe Faustregel, keine Regel.
  • Kadenz als Pflicht verstehen: Manche Stücke lassen die Spannung bewusst offen.