Konsonanz
Wohlklingender Zusammenklang.
Was es bedeutet
Konsonanz bezeichnet einen Zusammenklang, der in sich ruht und keiner Fortführung bedarf. Ihr Gegenstück ist die Dissonanz, die nach Auflösung verlangt. Akustisch liegt der Konsonanz ein einfaches Frequenzverhältnis zugrunde: Oktave 2:1, Quinte 3:2, Quarte 4:3, große Terz 5:4, kleine Terz 6:5. Je einfacher das Verhältnis, desto weniger Schwebungen entstehen und desto ruhiger wirkt der Klang.
Musikalische Verwendung
Die Satzlehre unterscheidet vollkommene und unvollkommene Konsonanzen. Als vollkommen gelten Prime, Oktave und Quinte — sie klingen leer und verschmelzen stark, weshalb im strengen Satz Parallelbewegungen in ihnen verboten sind: Zwei Stimmen, die in Quinten laufen, hören auf, zwei Stimmen zu sein. Als unvollkommen gelten Terz und Sexte; sie klingen voller, verschmelzen weniger und dürfen deshalb parallel geführt werden. Die Quarte nimmt eine Sonderstellung ein: Über dem Bass gilt sie im strengen Satz als dissonant und behandlungsbedürftig, zwischen Oberstimmen als konsonant.
Historisch ist die Einteilung beweglich. Das frühe Mittelalter kannte nur Oktave, Quinte und Quarte als vollwertige Zusammenklänge; die Terz galt lange als unvollkommen und setzte sich erst allmählich durch — ihre Aufwertung hängt mit englischen Einflüssen des 14. und 15. Jahrhunderts zusammen und veränderte den Klang der europäischen Musik grundlegend.
Entscheidend ist das Wechselspiel: Konsonanz wirkt als Lösung nur, weil ihr Spannung vorausgeht. Die Dissonanz ist deshalb kein Mangel, sondern die Bedingung dafür, dass die Konsonanz etwas bedeutet.
Die Einteilung in Konsonanz und Dissonanz ist nicht naturgegeben, sondern kulturell geprägt und hat sich gewandelt. Man unterscheidet vollkommene Konsonanzen wie Prime, Oktave und Quinte von unvollkommenen wie Terzen und Sexten. Hermann von Helmholtz erklärte Konsonanz im 19. Jahrhundert durch das Fehlen von Schwebungen zwischen den Teiltönen. ## Spielpraxis
Intoniere Konsonanzen nach Schwebungen aus — Oktaven und Quinten zuerst, danach die Terzen. Halte Schlussakkorde ruhig und ohne Nachdruck; sie wirken durch Reinheit, nicht durch Kraft. Und behandle die Dissonanz davor als das eigentliche Ereignis: Wer sie zurücknimmt, nimmt der Auflösung ihre Wirkung.