Quinte
Die Quinte ist das Intervall über fünf Tonleiterstufen, sieben Halbtöne weit. In ihrer reinen Form hat sie das Frequenzverhältnis 3:2 und ist nach der Oktave die stabilste Konsonanz. Sie ist die Grundlage des Quintenzirkels.
- Halbtöne
- 7
- Verhältnis (rein)
- 3:2
- Gitarre
- 7 Bünde Abstand
- Naturton
- 3. Teilton
- Reine Quinte
- mehr dazu
Die stärkste Konsonanz nach der Oktave
Zwei Töne klingen umso verschmolzener, je einfacher das Verhältnis ihrer Frequenzen ist. Bei 3:2 wiederholt sich das gemeinsame Muster beider Wellen nach jeweils zwei bzw. drei Schwingungen, eine sehr kurze Periode, die das Ohr als einen Klang wahrnimmt. Die Quinte klingt deshalb kraftvoll und offen. Weil ihr die Terz fehlt, die ihr eine Dur- oder Moll-Färbung gäbe, wirkt sie leer. C–G ist weder fröhlich noch traurig.
Quinte c–g
Sieben Halbtöne. Sie klingt kraftvoll, offen und beinahe leer, weil keine Terz dabei ist.
Auf der Gitarre sitzt die Quinte sieben Bünde über dem Ton, den du greifst. Der siebte Bund ist auch der Ort des dritten Naturtons: Berührt man die Saite leicht über dem 7. Bund, erklingt als Flageolett die Quinte über der Oktave.
Quinten im Alltag der Musik
Ein Power-Chord besteht nur aus Grundton und Quinte, zum Beispiel A5 aus a und e. Der Verzicht auf die Terz erlaubt heftige Verzerrung, ohne dass der Klang matschig wird, und passt über Dur- wie Mollmelodien, weil er sich nicht festlegt. Im mittelalterlichen Organum führten zwei Stimmen parallel in Quinten und Quarten; Terzen galten damals als Dissonanz. Der dritte Teilton der Obertonreihe liegt eine Quinte über der Oktave (Duodezime): Wer eine Quinte spielt, verdoppelt nur, was in jedem Ton ohnehin mitklingt.
Quinten stapeln
Geht man von c immer eine Quinte aufwärts, entsteht die Reihe c, g, d, a, e, h, fis, cis, gis, dis, ais, eis, his. Im Quintenzirkel ist daraus ein Kreis geworden, und jeder Schritt fügt genau ein Vorzeichen hinzu. Zwölf reine Quinten verfehlen allerdings sieben Oktaven um das pythagoreische Komma, 23,46 Cent. In gleichstufiger Stimmung liegt die Quinte deshalb 2 Cent zu tief, was niemand hört. Warum das so ist, steht im Artikel Gleichstufig, mitteltönig, rein.
Häufige Fehler
- Quinte und Quarte verwechseln: Sieben statt fünf Halbtöne, und eine andere Richtung der Spannung.
- Quinte als Dur-Klang hören: Ohne Terz hat sie keine Färbung.
- Alle Quinten für gleich rein halten: Am Klavier ist keine Quinte exakt rein.
Weiter auf Maikstrings
Verwandte Begriffe
Reine QuinteQuintenzirkelIntervallQuarteTerzOktaveKonsonanzDreiklangGrundton
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
← Zurück zum Glossar