Zum Inhalt springen
Intervall

Terz

Intervall einer Terz.

Was es bedeutet

Die Terz ist das Intervall aus drei Tonleiterstufen. Gebräuchlich sind die kleine mit drei und die große mit vier Halbtönen; daneben kommen die verminderte und die übermäßige Terz in alterierten Zusammenhängen vor. Kleine und große Terz gelten als unvollkommene Konsonanzen.

Musikalische Verwendung

Die Terz ist der Baustein, auf dem die gesamte abendländische Harmonik ruht. Dreiklänge und Septakkorde werden aus geschichteten Terzen gebildet, und welche Form die Terz über dem Grundton hat, entscheidet über das Tongeschlecht: große Terz ergibt Dur, kleine ergibt Moll. Ein einziger Halbton trennt beides — und verändert den Charakter vollständig. Auf diesem Unterschied beruht auch die pikardische Terz, bei der ein Mollstück auf einem Durakkord schließt.

Als unvollkommene Konsonanz darf die Terz parallel geführt werden; der zweistimmige Satz aus Melodie und Unterterz ist die verbreitetste Form einfacher Mehrstimmigkeit. Dabei wechseln in der diatonischen Leiter große und kleine Terzen einander ab, sodass die Parallelen in der Tonart bleiben.

Historisch setzte sich die Terz als vollwertiger Zusammenklang erst im 14. und 15. Jahrhundert durch; davor galten nur Oktave, Quinte und Quarte als vollkommene Konsonanzen. Mit ihr veränderte sich der Klang der europäischen Musik grundlegend, denn erst der Terzklang macht den Dreiklang zum tragenden Element.

In der Umkehrung wird die Terz zur Sexte.

Man unterscheidet große und kleine Terz; sie bestimmen das Tongeschlecht von Dreiklängen. Terzen sind unvollkommene Konsonanzen und werden im Satz gern parallel geführt, besonders in Volksmusik und Duetten. Akkorde der Dur-Moll-Tonalität werden in Terzen geschichtet: Dreiklänge aus zwei, Septakkorde aus drei, Nonenakkorde aus vier Terzen. ## Spielpraxis

Intoniere Durterzen tiefer und Mollterzen höher, als das Klavier sie spielt, und höre auf das Ruhigwerden des Zusammenklangs — das ist der wirksamste einzelne Eingriff in die Intonation eines Ensembles. Und übe das Unterscheiden beider Terzformen im Gehör; darauf beruht das Erkennen von Dur und Moll.