Molldreiklang
Grundton, kleine Terz, reine Quinte. Vom Dur unterscheidet ihn ein einziger Halbton.
Was es bedeutet
Der Molldreiklang besteht aus Grundton, kleiner Terz und reiner Quinte; zwischen Terz und Quinte liegt entsprechend eine große Terz. In a-Moll ist a–c–e der Molldreiklang auf der Tonika. Vom Durdreiklang unterscheidet ihn allein die Terz, die einen Halbton tiefer liegt — dieser eine Ton entscheidet über das Tongeschlecht.
Musikalische Verwendung
In der Durtonart stehen Molldreiklänge leitereigen auf der zweiten, dritten und sechsten Stufe. In der Funktionstheorie gelten sie als Vertreter der Hauptfunktionen: Der Klang auf der sechsten Stufe ist die Tonikaparallele, der auf der zweiten die Subdominantparallele, der auf der dritten wird je nach Zusammenhang als Dominantparallele oder als Tonikagegenklang gedeutet. Daraus ergeben sich die Vertretungsmöglichkeiten, die etwa den Trugschluss ermöglichen, bei dem statt der Tonika der Klang der sechsten Stufe erscheint.
In Moll ist der Molldreiklang die Tonika und steht leitereigen auch auf der vierten Stufe als Subdominante. Die Dominante ist in der natürlichen Form ebenfalls ein Mollklang; für die Kadenz wird sie durch Erhöhung der siebten Stufe zum Durklang gemacht, damit ein Leitton entsteht.
Akustisch ist der Molldreiklang weniger einfach begründbar als der Durdreiklang, weil die kleine Terz über dem Grundton in der Obertonreihe erst später erscheint. Das hat die Theorie lange beschäftigt, ohne dass eine allgemein anerkannte Erklärung gefunden worden wäre.
Der Molldreiklang lässt sich nicht wie der Durdreiklang direkt aus den unteren Obertönen ableiten, was in der Theoriegeschichte zu verschiedenen Erklärungen geführt hat. In Dur steht er auf der zweiten, dritten und sechsten Stufe; in der Funktionstheorie sind das die Parallelen und Gegenklänge. In Moll bildet er Tonika und Subdominante. ## Spielpraxis
Intoniere die kleine Terz eher hoch, damit der Klang ruhig wird. Achte in Mollstücken darauf, ob die Dominante als Dur- oder Mollklang erscheint — der Leitton steht nur im Takt, nicht in der Vorzeichnung. Und übe das Unterscheiden von Dur und Moll an einzelnen Akkorden, bis es ohne Nachdenken gelingt.