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Intervall

Große Terz

Die große Terz ist ein Intervall von vier Halbtönen, zum Beispiel c–e. In reiner Stimmung hat sie das Schwingungsverhältnis 5:4. Sie macht einen Dreiklang zu Dur und gibt ihm den hellen, klaren Klang.

Halbtöne
4
Verhältnis (rein)
5:4
Gitarre
4 Bünde Abstand
Naturton
5. Teilton
Gegenstück
kleine Terz

Das Herz des Durdreiklangs

Die große Terz ist die strahlende Terz des Dur-Klangs. Mit dem Verhältnis 5:4 klingt sie hell, klar und freudig. Der C-Dur-Dreiklang besteht aus c, e und g, und das Intervall c–e ist die große Terz. Sie vermittelt die typische helle Stimmung von Dur.

Große Terz c–e

c e

Vier Halbtöne. Zusammen mit einer kleinen Terz darüber (e–g) ergibt sie den Durdreiklang.

Der fünfte Teilton jedes Tons ist eine große Terz, zwei Oktaven darüber. Der Durdreiklang ist also in jedem Einzelton bereits angelegt. Auf der Gitarre lässt sich das hören: Berührt man die Saite leicht über dem 4. Bund, erklingt als Flageolett ein sehr hoher Ton im Abstand von zwei Oktaven und einer großen Terz. Er klingt rein, glockenartig und strahlend.

Rein oder gleichstufig

Die reine große Terz (5:4) klingt reiner und ruhiger, weil sie keine Schwebungen hat, als die temperierte der gleichstufigen Stimmung oder die ältere pythagoreische Terz (81:64). In gleichstufiger Stimmung liegt sie 14 Cent höher als rein. Ensembles mit variabler Tonhöhe wie Streichquartette oder Vokalgruppen spielen und singen sie deshalb tiefer, als das Klavier sie hätte. In der Geschichte war sie lange umstritten: Im Mittelalter behandelte man sie zunächst als Dissonanz und erkannte sie erst allmählich als unvollkommene Konsonanz an; in der Renaissance gehörte sie dann fest zum Satz.

Auf der Gitarre

Auf einer Saite liegt eine große Terz vier Bünde (vier Halbtöne) über dem Ausgangston. In der Standardstimmung liegt die G-Saite genau eine große Terz unter der H-Saite. Das ist die einzige „Terz-Lücke“ in der sonst in Quarten gestimmten Gitarre und der Grund, warum manche Akkorde auf der Gitarre etwas ungewöhnlich gegriffen werden.

Zum Üben: Im Intervall-Hörtraining kommen große und kleine Terzen dazu, sobald du Prime, Quarte, Quinte und Oktave sicher triffst. Im Akkord-Baukasten setzt du einen Durdreiklang aus großer und kleiner Terz zusammen.

Häufige Fehler

  • Mit der kleinen Terz verwechseln: Vier Halbtöne gegenüber drei.
  • Die Terz verdoppeln: Im vierstimmigen Satz wird die Terz nicht verdoppelt, weil ihre Färbung sonst überdeutlich hervortritt.
  • Dem Stimmgerät folgen: Wer im Ensemble die Terz spielt, stimmt sie hörbar ein, bis das Schweben verschwindet.