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Intervall

Oktave

Intervall von 12 Halbtönen.

Was es bedeutet

Die Oktave umfasst zwölf Halbtöne und acht Tonleiterstufen. Ihr Frequenzverhältnis ist 2:1 — das einfachste Verhältnis nach dem Einklang. Ihre beiden Töne verschmelzen so stark, dass sie als derselbe Ton in anderer Lage empfunden werden; deshalb tragen sie denselben Namen, und deshalb wiederholt sich das gesamte Tonsystem in Oktavabständen.

Musikalische Verwendung

Diese Gleichsetzung ist die Grundlage von allem Weiteren. Tonleitern und Akkorde werden innerhalb einer Oktave beschrieben, Stimmumfänge in Oktaven gemessen, Schlüssel und Oktavierungszeichen dienen dazu, verschiedene Oktavlagen bequem darzustellen. Auch die Bezeichnung der Töne mit Großbuchstaben, Kleinbuchstaben und Strichen folgt dieser Ordnung.

In der Satzlehre gilt die Oktave als vollkommene Konsonanz mit den entsprechenden Folgen: Oktavparallelen sind verboten, weil zwei parallel geführte Stimmen aufhören, zwei Stimmen zu sein. In der Instrumentation dagegen ist die Oktavverdopplung ein geläufiges und wirkungsvolles Mittel, um einer Linie Tragfähigkeit und Farbe zu geben.

Akustisch bemerkenswert ist, dass Oktaven auf Klavieren häufig leicht gespreizt gestimmt werden, weil die Teiltöne realer Saiten nicht exakt ganzzahlig liegen. Auf dem Papier ist die Oktave das reinste Intervall; in der Praxis hat auch sie ihre Feinheiten.

Die Oktave ist nach dem Einklang das einfachste Frequenzverhältnis, 2:1. Zwei Töne im Oktavabstand werden als so ähnlich empfunden, dass sie in fast allen Musikkulturen denselben Namen tragen; man spricht von Oktavidentität. In der Satzlehre sind Oktavparallelen zwischen selbstständigen Stimmen verboten, als bewusste Verdopplung zur Klangverstärkung aber verbreitet, etwa im Orchester oder im Klaviersatz. Ein Sprung um eine Oktave wirkt markant und kommt in vielen bekannten Melodien gleich am Anfang vor. ## Spielpraxis

Prüfe beim Stimmen zuerst die Oktaven — Abweichungen sind dort am deutlichsten hörbar, weil die Verschmelzung gestört wird. Gleiche bei Oktavverdopplungen Ansatz, Länge und Vibrato an, damit eine Farbe entsteht statt zweier Linien. Und nutze die Oktave beim Singen als sicheren Bezugspunkt, von dem aus sich andere Intervalle herleiten lassen.