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Tonleiter

Tonleiter

Eine Tonleiter ist eine stufenweise Folge von Tönen innerhalb einer Oktave, geordnet nach einem festen Muster aus Ganz- und Halbtonschritten. Das Muster bestimmt den Charakter: Dur klingt hell, Moll dunkler. Wer das Muster kennt, kann jede Tonleiter auf jedem Grundton selbst bauen.

Dur
Ganz, Ganz, Halb, Ganz, Ganz, Ganz, Halb
Natürliches Moll
Ganz, Halb, Ganz, Ganz, Halb, Ganz, Ganz
Stufen
sieben, die achte ist die Oktave
Fünftönig
Pentatonik

Das Muster macht die Tonleiter

Alle 15 Dur-Tonarten folgen exakt derselben Abfolge von Ganz- und Halbtonschritten, egal mit welchem Grundton man beginnt. Die Halbtonschritte liegen immer zwischen den Stufen 3–4 und 7–8. Das erzeugt den hellen, stabilen Dur-Klang. Beginnt man das Muster auf G statt auf C, ergibt sich zwangsläufig ein fis, sonst läge der Halbtonschritt nicht an der richtigen Stelle. Jede neue Quintstufe fügt genau ein Vorzeichen hinzu.

Dur: C-Dur

c d e f g a h c 1 1 ½ 1 1 1 ½

Das Dur-Muster auf dem Grundton c: nur weiße Tasten.

Natürliches Moll: a-Moll

a h c d e f g a 1 ½ 1 1 ½ 1 1

Dieselben Töne wie C-Dur, aber ab a gespielt. Die Halbtonschritte liegen jetzt an anderen Stellen.

Das natürliche Moll verwendet dasselbe Tonmaterial wie die Dur-Tonleiter, beginnt aber auf deren sechster Stufe. Das harmonische Moll erhöht die siebte Stufe um einen Halbton, damit ein Leitton entsteht, das melodische Moll erhöht aufwärts sechste und siebte Stufe. Alle drei Formen stehen bei a-Moll in Noten und zum Anhören.

Was die Tonleiter über die Stufen verrät

Jeder Ton einer Tonleiter hat eine Stufe, und auf jeder lässt sich ein Dreiklang bauen. Die Funktion der Stufen ist in jeder Tonart dieselbe, weshalb dieselbe Melodie in verschiedenen Tonarten wiedererkennbar bleibt. Jede Tonleiter hat Stellen, an denen sich ihr Charakter entscheidet: bei Dur die große Terz und der Leitton, bei natürlichem Moll die fehlende Leitton-Spannung, bei harmonischem Moll der große Sprung zwischen sechster und siebter Stufe.

Andere Tonleitern

Daneben gibt es Tonleitern mit weniger oder anderen Stufen. Die pentatonische Tonleiter besteht aus fünf Tönen, die Kirchentonarten verschieben die Halbtonschritte: Mixolydisch ist Dur mit erniedrigter siebter Stufe, dorisch Moll mit erhöhter sechster. Beide haben keinen Leitton, deshalb klingen sie nicht zielstrebig, sondern schwebend oder nach Folk.

Zum Üben: Das Tonleiter-Hörtraining beschränkt sich auf der ersten Stufe auf Dur und natürliches Moll. Später kommen harmonisches und melodisches Moll dazu, danach Pentatonik und Bluesskala, auf den obersten Stufen die Kirchentonarten. Höre auf die charakteristische Stelle und singe die Leiter innerlich mit.

Häufige Fehler

  • Moll nur als „Dur mit Moll-Terz“ lernen: Das natürliche Moll hat drei Töne gegenüber der gleichnamigen Dur-Tonleiter verändert (dritte, sechste, siebte Stufe).
  • Halbtonschritte falsch setzen: Bei Dur zwischen 3–4 und 7–8, bei natürlichem Moll zwischen 2–3 und 5–6.
  • Melodisches Moll abwärts mit fis und gis spielen: Klassisch kehrt die Leiter abwärts zur natürlichen Form zurück.