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Tonleiter

Melodisches Moll

Das melodische Moll ist die dritte Form der Molltonleiter. Aufwärts werden die sechste und die siebte Stufe erhöht, abwärts kehrt die Leiter zum natürlichen Moll zurück. So läuft die Melodie glatt zum Grundton, ohne den großen Sprung des harmonischen Moll.

Aufwärts
6. und 7. Stufe erhöht
Abwärts
natürliches Moll
Behebt
den Anderthalbtonschritt des harmonischen Moll
Verwandt
Natürliches Moll, Harmonisches Moll

Die dritte Form

Der Artikel Der Leitton erklärt, warum es sie gibt: Das harmonische Moll hat zwischen sechster und siebter Stufe einen Abstand von anderthalb Tönen, der im Melodieverlauf stört. Deshalb gibt es das melodische Moll. Aufwärts werden sechste und siebte Stufe erhöht, sodass die Melodie glatt zum Grundton läuft. Abwärts, wo kein Leitton gebraucht wird, kehrt sie zur natürlichen Form zurück. Diese Asymmetrie ist laut Artikel keine Marotte der Theoretiker, sondern die Folge eines einzigen Bedürfnisses: oben einen Halbton zu haben, unten nicht.

a-Moll melodisch auf- und abwärts

a h c d e fis gis a g f e d c h a 1 ½ 1 1 1 1 ½ 1 1 ½ 1 1 ½ 1

Aufwärts stehen fis und gis, abwärts nach der Regel der klassischen Lehre wieder g und f, deshalb die Auflösungszeichen. Markiert sind die beiden erhöhten Stufen.

Form6. Stufe7. StufeBesonderheit
Natürliches Mollfgkein Leitton
Harmonisches Mollfgisübermäßige Sekunde f–gis
Melodisches Moll aufwärtsfisgisglatter Weg zum Grundton
Melodisches Moll abwärtsfgwie natürliches Moll

Die Übungsseite Tonleitern hören beschreibt dieselbe Idee: Das melodische Moll erhöht zusätzlich die sechste Stufe, um den Sprung des harmonischen Moll zu glätten, klassisch nur aufwärts. Im Hörtraining kommt es auf höheren Stufen nach dem harmonischen Moll dazu.

Selbst ausprobieren: Spiele a-Moll aufwärts mit fis und gis und abwärts ohne. Vergleiche mit dem harmonischen Moll, in dem das f unverändert bleibt: Der Sprung f–gis ist weg, der Klang wird glatter.

Im Notenbild

Klavier

Beide Beispiele zeigen das melodische Moll als Fragment in einem Stück, nicht als Tonleiterübung. Die erhöhten Töne stehen als Versetzungszeichen im Takt, nicht in der Vorzeichnung.

Häufige Fehler

  • Auch abwärts erhöht spielen: Klassisch kehrt die Leiter abwärts zu g und f zurück.
  • Mit harmonischem Moll verwechseln: Beim harmonischen Moll bleibt die sechste Stufe unverändert und die Leiter gilt in beide Richtungen.
  • Die Auflösungszeichen vergessen: Abwärts brauchen g und f nach den Erhöhungen im Notenbild ein Auflösungszeichen.