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Notation

Versetzungszeichen

Vorzeichen, das nur im laufenden Takt gilt — im Unterschied zur Generalvorzeichnung.

Was es bedeutet

Ein Versetzungszeichen ist ein Kreuz, ein B oder ein Auflösungszeichen, das mitten im Takt vor einer Note steht und deren Höhe vorübergehend verändert. Es unterscheidet sich von der Generalvorzeichnung in zwei Punkten: Es gilt nur bis zum nächsten Taktstrich, und es betrifft nur die notierte Oktavlage. Ein Kreuz vor dem eingestrichenen f wirkt nicht auf das zweigestrichene f im selben Takt; dieses braucht ein eigenes Zeichen.

Im Notenbild

Das Zeichen steht unmittelbar links vom Notenkopf, auf derselben Linie oder im selben Zwischenraum. Wiederholt sich die Note im selben Takt, wird das Zeichen nicht erneut geschrieben — es gilt fort. Über den Taktstrich hinweg gebundene Noten behalten ihre Veränderung für die Dauer der Bindung, doch der erste nicht gebundene Ton im neuen Takt folgt wieder der Vorzeichnung. Wo Missverständnisse drohen, setzen Herausgeber ein Warnungszeichen in Klammern; es ändert nichts, sondern erinnert. In Quellen vor dem 18. Jahrhundert gelten diese Regeln nicht durchweg, und die Reichweite eines Zeichens ist dort im Einzelfall zu klären.

Musikalische Verwendung

Versetzungszeichen sind das Mittel für alles, was über den Tonvorrat der Tonart hinausgeht: den erhöhten Leitton in Moll, die Leittöne von Zwischendominanten, alterierte Akkordtöne, chromatische Durchgänge. In Moll erscheint die erhöhte siebte Stufe grundsätzlich nicht in der Vorzeichnung, sondern jeweils im Takt — das ist der häufigste Fall überhaupt. Funktionstheoretisch ändert ein Versetzungszeichen nichts an der Benennung eines Klangs; es zeigt nur, wie er im Notentext geschrieben wird.

Das Versetzungszeichen gilt bis zum Taktende und nur in der Oktavlage, in der es steht. ## Spielpraxis

Merke dir die beiden Grenzen: Taktstrich und Oktavlage. Beide werden regelmäßig übersehen, und beide erzeugen hartnäckige Fehler, weil das Ohr sich an den falschen Ton gewöhnt. Prüfe bei Bindungen über den Taktstrich, ob die Veränderung noch gilt. Und sprich dir chromatisch dichte Stellen einmal langsam mit Tonnamen vor, bevor du sie greifst.