Doppel-B
Erniedrigt den Stammton um zwei Halbtöne.
Was es bedeutet
Das Doppel-B senkt einen Stammton um zwei Halbtöne, also um einen Ganzton. Aus a wird asas, aus h wird heses. Klanglich entspricht das Ergebnis jeweils einem Ton, der sich einfacher schreiben ließe — asas klingt wie g. Dass man dennoch die umständlichere Schreibweise wählt, hat einen Grund: Der Notentext soll zeigen, welche Stufe der Tonleiter gemeint ist und wohin der Ton weitergeht. Eine erniedrigte Stufe bleibt in der Schreibweise diese Stufe, auch wenn sie mit einer anderen zusammenfällt.
Im Notenbild
Geschrieben wird es als zwei nebeneinanderstehende B-Zeichen unmittelbar links vom Notenkopf. Wie jedes Versetzungszeichen gilt es für den betroffenen Ton in seiner Oktavlage bis zum Taktstrich. Soll die doppelte Erniedrigung auf eine einfache zurückgenommen werden, genügt in heutiger Praxis ein einzelnes B; für die vollständige Rücknahme steht das Auflösungszeichen. Ältere Ausgaben kennen dafür abweichende Schreibungen, etwa die Verbindung von Auflösungszeichen und B.
Musikalische Verwendung
Anlass für ein Doppel-B ist fast immer die Alteration in einer Tonart, die schon viele Bs führt. In den entlegeneren B-Tonarten kann eine erniedrigte Stufe oder ein Leitton abwärts nur so korrekt geschrieben werden. Auch bei Zwischendominanten und beim verminderten Septakkord, dessen Septime eine doppelte Erniedrigung verlangen kann, tritt es auf. In Sequenzen sorgt es dafür, dass das Muster über alle Stufen hinweg gleich aussieht.
Abzugrenzen ist das Doppel-B vom Doppelkreuz, das in die Gegenrichtung wirkt, und von der bloß enharmonischen Umdeutung, bei der der Ton derselbe bleibt, aber Name und harmonischer Sinn wechseln.
Weitere Bezeichnungen
Neben Doppel-B ist die Schreibung Doppel-Be verbreitet; beide meinen dasselbe Zeichen 𝄫. Im Tonnamen wird die doppelte Erniedrigung durch die Silbe „-eses“ ausgedrückt, aus e wird eses, aus h wird heses. Aufgehoben wird das Zeichen durch ein Auflösungszeichen oder, wenn nur eine Erniedrigung übrig bleiben soll, durch ein einfaches b, dem in älteren Drucken oft zusätzlich ein Auflösungszeichen vorangestellt ist.
Spielpraxis
Greife nicht das Zeichen, sondern den Klang: Rechne zunächst vom Stammton zwei Halbtöne abwärts und benenne dir den Griff, den du tatsächlich brauchst. Notiere dir bei ersten Begegnungen die klingende Entsprechung klein über die Note. Achte darauf, dass die Rücknahme im selben Takt nicht übersehen wird — genau dort entstehen die meisten Fehler.