Verminderter Septakkord
Der verminderte Septakkord besteht aus vier Tönen im Abstand von je einer kleinen Terz und teilt die Oktave gleichmäßig. Er hat keinen eindeutigen Grundton und kann sich in vier Tonarten auflösen, ohne dass sich ein Ton ändert. Deshalb eignet er sich gut als Modulationsbrücke.
- Aufbau
- drei kleine Terzen übereinander
- Beispiel
- c–es–ges–a
- Anzahl
- nur drei verschiedene
- Umkehrungen
- klingen identisch
Vier gleiche Abstände
Der Akkord besteht aus vier Tönen im Abstand von je einer kleinen Terz: von c aus c, es, ges und heses (in der Praxis wird der letzte Ton meist als a geschrieben). Drei kleine Terzen zu je drei Halbtönen ergeben neun Halbtöne, die vierte schließt zur Oktave: zwölf Halbtöne, gleichmäßig durch vier geteilt.
Verminderter Septakkord auf h
Vier Töne im Abstand von je drei Halbtönen. In a-Moll entsteht er auf der erhöhten siebten Stufe gis als gis–h–d–f, hier mit as geschrieben.
Diese Gleichmäßigkeit hat eine ungewöhnliche Folge: Der Akkord hat keinen eindeutigen Grundton. Dreht man ihn um, ist er gleich gebaut: Jede Umkehrung ist wieder ein verminderter Septakkord. Daraus folgt, dass es nur drei verschiedene gibt. Alle anderen sind Umkehrungen oder enharmonische Umdeutungen davon.
Warum er in vier Richtungen weiterführt
Weil kein Ton als Grundton feststeht, kann jeder als Leitton gelesen werden, und ein Leitton will einen Halbton nach oben. Der Akkord c–es–ges–a löst sich nach Des-Dur auf, wenn man c als Leitton nimmt, nach E-Dur über dis, nach G-Dur über ges als fis und nach B-Dur über a. Vier Tonarten, ein Klang, kein geänderter Ton. Voraussetzung ist die enharmonische Umdeutung: Die Schreibweise legt fest, wohin er zieht. Daher stehen verminderte Septakkorde in Partituren oft mit auf den ersten Blick merkwürdigen Vorzeichen.
Historisch entsteht der Akkord aus der harmonischen Molltonleiter: In a-Moll ergibt die siebte Stufe gis den Vierklang gis–h–d–f. Er ist ein Nebenprodukt des geborgten Leittons und hat dieselbe Aufgabe wie die Dominante, nur ohne den stabilisierenden Grundton. Deshalb wirkt er dringlicher und unruhiger.
Zwei benachbarte Akkorde sind leicht zu verwechseln: der halbverminderte Septakkord (h–d–f–a) hat oben eine kleine Septime und ist nicht symmetrisch, und der verminderte Dreiklang (h–d–f) ist nur der Unterbau ohne Septime.
Häufige Fehler
- Zu oft benutzen: Zwei in einem achttaktigen Stück sind eine Wendung, sechs Beliebigkeit.
- Die Schreibweise beliebig wählen: Der Ton wird so notiert, wie er sich auflöst: als fis, wenn er nach g geht, als ges, wenn er nach f geht.
- Ihn mit dem halbverminderten Septakkord verwechseln: Neun Halbtöne vom Grundton zur Septime bedeuten vollvermindert, zehn halbvermindert.
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Verwandte Begriffe
VermindertSeptakkordDreiklangAuflösungLeittonHarmonisches MollKleine TerzTritonusDominantseptakkord
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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