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Akkord

Verminderter Septakkord

Drei übereinander geschichtete kleine Terzen.

Was es bedeutet

Der verminderte Septakkord besteht aus drei übereinandergeschichteten kleinen Terzen; zwischen Grundton und Septime liegt eine verminderte Septime, die klanglich einer großen Sexte entspricht. Die Ergänzung zur Oktave ist wiederum eine kleine Terz, sodass der Akkord die Oktave in vier gleiche Teile teilt. Leitereigen steht er auf der siebten Stufe der harmonischen Molltonleiter.

Musikalische Verwendung

Aus der Symmetrie folgt dieselbe Eigenschaft wie beim übermäßigen Dreiklang: Alle Umkehrungen klingen gleich, kein Ton hebt sich als Grundton hervor, und es gibt nur drei verschiedene verminderte Septakkorde. Welcher Ton als Grundton gemeint ist, sagt allein die Schreibweise.

Funktional wird der Klang als verkürzter Dominantseptnonenakkord gedeutet: D7 mit kleiner None, ohne Grundton. Er vertritt die Dominante und löst sich in die Tonika auf, wobei jeder seiner Töne schrittweise weitergeht.

Seine eigentliche Bedeutung liegt aber in der Mehrdeutigkeit. Da jeder der vier Töne als Leitton gedeutet werden kann, lässt sich derselbe Klang durch enharmonische Umdeutung in vier verschiedene Tonarten auflösen. Er ist damit das bekannteste Mittel für rasche Modulationen in entfernte Tonarten. In der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts erscheint er außerdem häufig an dramatischen Höhepunkten, weil er Spannung erzeugt, ohne ein Ziel festzulegen.

Abzugrenzen ist er vom halbverminderten Septakkord, dessen Septime klein und nicht vermindert ist: Dieser klingt weicher und hat einen eindeutigen Grundton.

Da die Oktave gleichmäßig in kleine Terzen geteilt wird, gibt es nur drei klanglich verschiedene verminderte Septakkorde. Im Akkordsymbol wird er als dim7 oder mit Kreis und 7 bezeichnet. Diese Mehrdeutigkeit machte ihn im 18. und 19. Jahrhundert zu einem bevorzugten Mittel für überraschende Modulationen und dramatische Höhepunkte, besonders in Oper und Klaviermusik. ## Spielpraxis

Bestimme den Grundton aus der Schreibweise und führe jeden Ton schrittweise weiter. Achte bei enharmonischen Umdeutungen auf den Wechsel der Schreibweise im Notentext — dort ändert sich das Ziel. Und gestalte den Klang als Spannung, nicht als Ruhepunkt.