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Harmonik

Auflösung

Eine Auflösung ist die Fortschreitung einer Spannung in einen Ruhepunkt: einer Dissonanz in eine Konsonanz oder der Dominante in die Tonika. Sie macht hörbar, dass ein Klang „ankommt“.

Spannung und Ziel

Die Dominante baut Spannung auf, die Tonika löst sie. Instabile Klänge wie der Dominantseptakkord oder verminderte Akkorde enthalten Spannungstöne, die nach Auflösung verlangen. Sie treiben vorwärts; ihr Ziel ist meist die Tonika. Verminderte und übermäßige Dreiklänge wirken instabil, weil ihre Quinte verengt oder geweitet ist.

G7V7CI

Warum G7 so entschieden auflöst

Der Dominantseptakkord G7 in C-Dur (g–h–d–f) enthält zwei Töne, die gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen drängen. Das h will einen Halbton hinauf zum c, das f will einen Halbton hinunter zum e. Zwischen h und f liegt ein Tritonus, ein besonders instabiles Intervall. Löst man beide gleichzeitig auf, landet man auf c und e, zwei der drei Töne des C-Dur-Dreiklangs. Der Akkord löst sich also nicht willkürlich auf, sondern weil zwei Halbtonzüge dasselbe Ziel ansteuern. Deshalb ist die Kadenz G7–C so unausweichlich. Ausführlich erklärt das der Artikel Der Leitton.

Auflösung offenhalten

Man kann Spannung bewusst nicht auflösen: Ein Stück, das auf der Dominante endet, hält die Spannung offen, das Ohr wartet weiter. Auch der Trugschluss bietet statt der erwarteten Tonika deren Stellvertreter an und zögert die Auflösung hinaus. Der verminderte Septakkord hat keinen hörbaren Grundton und kann je nach Umdeutung in verschiedene Tonarten führen: Die Töne bleiben, nur ihre Schreibweise ändert sich. In der maj7-Klangfarbe des Jazz wird die Spannung der großen Septime dagegen nicht mehr aufgelöst, sondern als Klangfarbe genossen.

Zum Üben: Spiele dieselbe Kadenz in drei Fassungen: erst G–C, dann G7–C, dann g-Moll–C. Welche schließt am entschiedensten? Beim dritten Beispiel fehlt der Leitton, und die Schlusswirkung verschwindet. Im Akkord-Hörtraining hörst du Spannungsakkorde wie den Dominantseptakkord und bestimmst ihren Typ.

Häufige Fehler

  • Auflösung als Pflicht verstehen: Manche Stücke lassen Spannung bewusst offen.
  • Leitton nach unten auflösen: Wer in G7 das h hat und im nächsten Akkord zum a geht, hört sofort, dass etwas nicht stimmt.
  • Dissonanz mit „schlecht klingend“ gleichsetzen: Sie ist Spannung, die ein Ziel braucht.