Dominantseptakkord
Der Dominantseptakkord ist die Dominante mit hinzugefügter kleiner Septime: ein Durdreiklang plus kleine Septime, etwa G7 mit g–h–d–f. Er enthält einen Tritonus und drängt mit großer Kraft zur Tonika. Er ist der Motor unzähliger Schlusswendungen.
- Aufbau
- Durdreiklang + kleine Septime
- Beispiel
- G7 = g–h–d–f
- Ziel
- Tonika
Warum er so entschieden klingt
Die fünfte Stufe von C-Dur ist G-Dur: g–h–d. Das h darin ist der Leitton. Fügt man die kleine Septime hinzu, das f, entsteht G7, und dieser Akkord enthält zwei Töne, die gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen drängen. Das h will einen Halbton hinauf zum c, das f einen Halbton hinunter zum e. Zwischen h und f liegt ein Tritonus. Löst man beide gleichzeitig auf, landet man auf c und e, zwei der drei Töne des C-Dur-Dreiklangs. Der Akkord löst sich also nicht willkürlich auf, sondern weil zwei Halbtonzüge dasselbe Ziel ansteuern.
G7 und seine Auflösung nach C
Das h zieht einen Halbton hinauf zu c, das f einen Halbton hinunter zu e. Markiert sind die beiden Töne, die den Tritonus bilden.
Deshalb ist die Kadenz G7–C so unausweichlich, dass sie in sehr vielen Stücken der westlichen Musik zwischen 1650 und 1900 den Schluss bildet. Man kann das hören: Der Akkord klingt „unfertig“, er will weiter. Diese eingebaute Zugkraft macht ihn zum Motor unzähliger Schlusswendungen, von Bach bis zum heutigen Popsong. Funktionstheoretisch ist er die Dominante, besonders stark als Septakkord (V7).
Dominantseptakkord im Blues und Jazz
Praktisch jedes Bluesstück beginnt oder endet mit einem Septakkord. Die kleine Septime ist dort die typische Blue Note. Im Jazz ist sie ein zentraler Ton in praktisch jedem ii–V–I-Schema.
Häufige Fehler
- Mit dem großen Septakkord verwechseln: G7 hat die kleine, Cmaj7 die große Septime.
- Den Leitton nach unten führen: h geht aufwärts nach c.
- Die Septime unaufgelöst lassen, wenn man einen Schluss will: Das f muss nach unten zum e.
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Verwandte Begriffe
SeptakkordDominanteKleine SeptimeTritonusAuflösungLeittonKadenzTonikaVerminderter Septakkord
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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