Kleine Septime
Die kleine Septime ist ein Intervall von zehn Halbtönen, zum Beispiel g–f. In reiner Stimmung hat sie das Verhältnis 9:5. Sie macht aus dem Durdreiklang den Dominantseptakkord und trägt den Klang von Blues und Jazz.
- Halbtöne
- 10
- Verhältnis (rein)
- 9:5 (Naturton 7:4)
- Gitarre
- 10 Bünde Abstand
- Akkord
- Dominantseptakkord
Weich-dissonant
Die kleine Septime ist eines der spannendsten Intervalle der westlichen Musik. Mit dem Verhältnis 9:5, oder in der Naturtonreihe näherungsweise 7:4, klingt sie weich-dissonant, erdig und voll Sehnsucht nach Auflösung. Sie ist das definierende Intervall des Dominantseptakkords: In G7 (g–h–d–f) ist g→f eine kleine Septime. Im Blues verwendet man Septakkorde sehr häufig. Im Pop ist die kleine Septime allgegenwärtig, sie ist die Grundlage jeder „bluesigen“ Klangfärbung.
Kleine Septime g–f
Zehn Halbtöne. Weich-dissonant, erdig und voll Sehnsucht nach Auflösung.
Blue Seventh
Die im Blues gesungene oder gespielte Septime entspricht eher dem natürlichen siebten Naturton, der etwa 31 Cent, knapp ein Drittel eines Halbtons, tiefer liegt als die gleichstufige. Dieser leicht tiefere Ton, die „Blue Seventh“, erzeugt den bluesigen, sehnsüchtigen Klang. Viele Hörer empfinden ihn als „interessant fremd“, weil er von der gleichstufigen Stimmung abweicht.
Im Jazz ist die kleine Septime ein zentraler Ton in praktisch jedem II-V-I-Schema. Auf der Gitarre liegt sie zehn Bünde über dem gegriffenen Ton: Auf der hohen E-Saite (329,63 Hz) klingt im 10. Bund d (587,33 Hz).
Häufige Fehler
- Mit der großen Septime verwechseln: Zehn gegen elf Halbtöne.
- Die Septime als „falschen Ton“ hören: Sie ist der eingebaute Spannungston des Dominantseptakkords.
- Blue Seventh als Fehler der Intonation lesen: Sie liegt bewusst tiefer als das gleichstufige Raster.
Weiter auf Maikstrings
Verwandte Begriffe
SeptimeGroße SeptimeSeptakkordDominantseptakkordAuflösungTritonusIntervallOktaveDominante
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
← Zurück zum Glossar