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Intervall

Große Septime

Die große Septime ist ein Intervall von elf Halbtönen, einen Halbton unter der Oktave, zum Beispiel c–h. In reiner Stimmung hat sie das Verhältnis 15:8. Sie ist die „Leittonseptime“: spannungsreich, schwebend und mit starkem Zug in die Oktave.

Halbtöne
11
Verhältnis (rein)
15:8
Gitarre
11 Bünde Abstand
Akkord
maj7, z. B. Cmaj7

Ein Halbton unter der Oktave

Die große Septime liegt nur einen Halbton unter der Oktave und „zieht“ mit großer Spannkraft hinauf. Mit dem Verhältnis 15:8 klingt sie stark dissonant, fast schmerzlich, und verlangt nach Auflösung in die Oktave. Sie ist eines der komplexesten Verhältnisse in der natürlichen Obertonreihe und gilt als ein „abgeleitetes“ Intervall: Sie entsteht erst durch das Übereinanderlegen niedrigerer Naturtöne, in reiner Stimmung aus großer Terz plus reiner Quinte (5/4 mal 3/2).

Große Septime c–h

c h

Elf Halbtöne, nur einen Halbton unter der Oktave c5. Das h ist in C-Dur der Leitton.

Cmaj7I maj7

Von der Dissonanz zur Klangfarbe

In der traditionellen Harmonik galt die große Septime als scharfe Dissonanz, die man meist als Durchgang oder Vorhalt behandelte und auflöste. Im Jazz wurde sie zu einem charakteristischen Wohlklang: Der maj7-Akkord, etwa Cmaj7 mit c–e–g–h, wurde zum Markenzeichen von Bossa Nova, Smooth Jazz und romantischen Balladen. Die Spannung wird dort nicht mehr aufgelöst, sondern als Klangfarbe genossen: ein milder, weicher, schimmernder Klang. Als melodischer Sprung ist die große Septime selten, wenn sie vorkommt, wirkt sie sehnsüchtig oder dramatisch.

Auf der Gitarre

Elf Bünde über der leeren Saite: Auf der hohen E-Saite (329,63 Hz) klingt im 11. Bund dis. Der 11. Bund liegt sehr nah am 12., der Oktave, und genau diese Nähe erzeugt die starke Spannung. In maj7-Akkord-Voicings liegt die große Septime auf der Gitarre oft als oberster Ton, der dem Akkord seinen schimmernden Glanz gibt. Als Flageolett ist sie kaum praktikabel: Der 15. Naturton liegt zu dicht am Steg.

Zum Üben: Spiele Cmaj7 und danach G7 und höre den Unterschied zwischen großer und kleiner Septime: schimmernd und weich gegen unfertig und drängend. Im Akkord-Hörtraining kommen die Vierklänge nach vermindert und übermäßig dazu.

Häufige Fehler

  • Mit der kleinen Septime verwechseln: Elf gegen zehn Halbtöne.
  • Die große Septime als Fehler behandeln: Im Jazz ist sie ein gewollter Klang.
  • Mit dem Leitton gleichsetzen: Der Leitton ist eine Stufe, die große Septime ein Intervall über dem Grundton.