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Intervall

Große Septime

Elf Halbtöne, einen Halbton unter der Oktave — spannungsreich und schwebend.

Was es bedeutet

Die große Septime umfasst elf Halbtöne und liegt damit einen Halbton unter der Oktave. In der Durtonleiter entsteht sie zwischen dem Grundton und der siebten Stufe, also zwischen Tonika und Leitton. Sie gilt als dissonant, und ihre Spannung rührt gerade aus der Nähe zur Oktave: Das Ohr erwartet die Auflösung aufwärts.

Musikalische Verwendung

In der klassischen Satzlehre erscheint die große Septime vor allem als Vorhalt oder als durchgehende Bildung; als freier Akkordton war sie lange nicht üblich. Der Dominantseptakkord enthält die kleine Septime, nicht die große — der Unterschied ist entscheidend, denn die kleine Septime fällt abwärts, während die große aufwärts zur Oktave strebt.

Im Jazz und in der populären Musik ist die große Septime dagegen ein selbstverständlicher Akkordbestandteil: Der Durdreiklang mit großer Septime klingt weich und schwebend, ohne die drängende Zielrichtung des Dominantseptakkords. Weil der Begriff hier aus dem Jazz stammt, ist die Bezeichnung mit Akkordsymbolen in diesem Umfeld üblich.

In der Umkehrung wird aus der großen Septime die kleine Sekunde — beide sind dasselbe Spannungsverhältnis in verschiedener Lage. Als weites Intervall klingt die Septime dabei deutlich offener und weniger scharf als die eng liegende Sekunde.

Im Jazz ist die große Septime ein fester Bestandteil des Major-Septakkords, der als Tonika-Klang verwendet wird und weich und schwebend klingt. In der klassischen Harmonik erscheint sie als Vorhalt, Durchgang oder als Septime des Septakkords auf der ersten und vierten Stufe und wird schrittweise abwärts aufgelöst. Melodisch wird sie selten gesprungen, weil sie schwer zu singen ist; wo es geschieht, wirkt der Sprung auffällig und ausdrucksvoll. ## Spielpraxis

Singe die große Septime nicht als Sprung ins Ungewisse, sondern als Oktave minus Halbton oder als Leitton über dem Grundton — beides trifft sicherer. Achte auf die Auflösungsrichtung: aufwärts zur Oktave. Und intoniere sie eher hoch, wenn sie Leittoncharakter hat; als ruhender Akkordton dagegen verträgt sie eine entspanntere Lage.