Septime
Die Septime ist das Intervall über sieben Stufen, knapp unter der Oktave. Sie kommt als kleine Septime (zehn Halbtöne) und große Septime (elf Halbtöne) vor. Beide klingen dissonant und verlangen traditionell nach Auflösung.
- Kleine Septime
- 10 Halbtöne, Verhältnis 9:5
- Große Septime
- 11 Halbtöne, Verhältnis 15:8
- Gitarre
- 10 bzw. 11 Bünde Abstand
- Bekannt aus
- Septakkord
Zwei Septimen
Die kleine Septime ist eines der spannendsten Intervalle der westlichen Musik. Sie ist das definierende Intervall des Dominantseptakkords: In G7 (g–h–d–f) ist g→f eine kleine Septime. Im Blues und Jazz hat sie einen besonderen Stellenwert als typische Blue Note. Die im Blues gesungene Septime entspricht eher dem siebten Teilton (Verhältnis 7:4 zum Grundton), der etwa 31 Cent tiefer liegt als das gleichstufige b. Das erzeugt den bluesigen Klang.
Kleine Septime c–b
Zehn Halbtöne. Weich-dissonant, erdig, voll Sehnsucht nach Auflösung. Sie macht den Durdreiklang zum Dominantseptakkord.
Große Septime c–h
Elf Halbtöne, einen Halbton unter der Oktave. Stark dissonant, fast schmerzlich, sie zieht hinauf in die Oktave.
Die große Septime liegt nur einen Halbton unter der Oktave und „zieht“ mit großer Spannkraft nach oben. In der traditionellen Harmonik galt sie als auflösungsbedürftige Dissonanz und trat vor allem als Vorhalt oder Durchgang auf. Erst ab dem späteren 19. Jahrhundert wurde sie zunehmend als eigenständige Klangfarbe genutzt, im Impressionismus und besonders im Jazz: Der maj7-Akkord (Cmaj7 = c–e–g–h) wurde dort zum Markenzeichen von Bossa Nova und romantischen Balladen. Die Spannung wird nicht mehr aufgelöst, sondern als Klangfarbe genossen.
Septime und Akkord
Eine Septime entsteht, wenn man auf einen Dreiklang eine weitere Terz stapelt. Die Septime ist dann der oberste Ton im Abstand von sieben Stufen zum Grundton. Nach der Septime ist der Septakkord benannt. Der halbverminderte Septakkord hat oben eine kleine Septime, der verminderte Septakkord (vollvermindert) eine verminderte, sie liegt auf neun Halbtönen über dem Grundton.
Auf der Gitarre
Die kleine Septime liegt zehn Bünde über dem gegriffenen Ton, die große elf. Auf der hohen E-Saite (329,63 Hz) klingt im 10. Bund d, im 11. Bund dis. Der 11. Bund liegt sehr nah am 12. Bund, der Oktave. Genau diese Nähe erzeugt die starke Spannung der großen Septime.
Häufige Fehler
- Kleine und große Septime verwechseln: Zehn gegen elf Halbtöne.
- Septime mit Sexte verwechseln: Die Septime umfasst sieben Stufen.
- Die große Septime als Fehler lesen: In Jazz und Bossa Nova ist sie ein gewollter Klang.
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Verwandte Begriffe
Kleine SeptimeGroße SeptimeSeptakkordDominantseptakkordIntervallOktaveAuflösungLeittonSexte
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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