Sext
Intervall einer Sexte.
Was es bedeutet
Die Sexte ist das Intervall aus sechs Tonleiterstufen. Gebräuchlich sind die kleine mit acht und die große mit neun Halbtönen; daneben kommt die übermäßige mit zehn im übermäßigen Sextakkord vor. Kleine und große Sexte gelten als unvollkommene Konsonanzen und dürfen deshalb parallel geführt werden.
Musikalische Verwendung
Durch Umkehrung entsteht die Sexte aus der Terz: aus der großen Terz die kleine Sexte, aus der kleinen Terz die große. Entsprechend verwandt ist auch ihre Behandlung im Satz — was für Terzparallelen gilt, gilt für Sextparallelen ebenso. Klanglich wirkt die Sexte offener als die Terz, weil die Töne weiter auseinanderliegen.
Im Akkord erscheint sie an mehreren Stellen. Der Sextakkord, die erste Umkehrung des Dreiklangs, trägt über dem Bass Terz und Sexte und klingt leichter als die Grundstellung. Die sixte ajoutée fügt einem Dreiklang eine Sexte statt einer Septime hinzu, was weich klingt und häufig am Schluss erscheint. Der übermäßige Sextakkord bildet mit seiner erweiterten Sexte eine besonders gespannte Wendung vor der Dominante; je nach Bauart trägt er die Namen italienisch, französisch und deutsch.
Historisch ist der Faux-Bourdon des 15. Jahrhunderts zu nennen, der auf parallelen Sexten beruht und zur Durchsetzung dieser Klanglichkeit beitrug.
Man unterscheidet große und kleine Sexte; sie gehören zu den unvollkommenen Konsonanzen. Sextparallelen sind im Satz erlaubt und werden in Duetten und Bläsersätzen gern genutzt. Die übermäßige Sexte bildet einen eigenen Akkordtyp, den übermäßigen Sextakkord, der zur Dominante strebt. Die Sexte ist die Umkehrung der Terz, weshalb sie eng mit Dur und Moll verbunden ist: Die kleine Sexte kehrt die große Terz um, die große Sexte die kleine Terz. ## Spielpraxis
Singe Sexten über ihre Umkehrung, wenn sie schwerfallen — eine große Sexte aufwärts entspricht einer kleinen Terz abwärts plus Oktave. Gleiche bei parallelen Sexten Ansatz und Länge an, damit sie als ein Klang wirken. Und führe die Linie nach einem Sextsprung zurück, damit die Phrase im Gleichgewicht bleibt.