Leitton
Ton, der mit einem Halbtonschritt zu einem Zielton strebt, v. a. die 7. Stufe zur Tonika.
Was es bedeutet
Als Leitton bezeichnet man einen Ton, der im Abstand eines Halbtons zu einem Zielton steht und dadurch eine starke melodische Tendenz besitzt, sich in diesen aufzulösen. Der wichtigste Fall ist die siebte Tonleiterstufe, die einen Halbton unterhalb der Tonika liegt und zu ihr hinaufstrebt.
Leitton ist damit eine Funktion, keine feste Tonstufe: Auch andere Töne, etwa der Terzton einer Zwischendominante oder ein chromatisch erhöhter Ton, können in einem konkreten Zusammenhang als Leitton zu einem Nachbarton wirken.
Musikalische Verwendung
In der Durtonleiter ist die siebte Stufe von Natur aus ein Halbton von der Tonika entfernt und wirkt daher automatisch als Leitton. In der natürlichen Molltonleiter fehlt dieser Halbtonschritt; deshalb wird die siebte Stufe im harmonischen und melodischen Moll künstlich um einen Halbton erhöht, damit ein Leitton zur Tonika entsteht.
Abzugrenzen ist der Leitton vom Leiterton, der allgemeiner jeden Ton einer Tonleiter bezeichnet, unabhängig von seiner Zugkraft zu einem Zielton. Der Leitton tritt besonders wirkungsvoll am Schluss einer Kadenz auf, wenn die Dominante zur Tonika fortschreitet, sowie in Zwischendominanten, die jeweils einen eigenen Leitton zu ihrem Zielakkord mitbringen.
Spielpraxis
Achte beim Singen oder Spielen darauf, den Leitton nicht zu knapp und unentschlossen zu intonieren – seine Spannung entsteht gerade daraus, dass er hörbar zum Zielton drängt. Übe Kadenzen bewusst langsam, um das charakteristische Auflösungsgefühl des Leittons in die Tonika nachzuvollziehen.