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Intervall

Tritonus

Der Tritonus ist ein Intervall von sechs Halbtönen, drei Ganztöne übereinander, die übermäßige Quarte oder verminderte Quinte. In gleichstufiger Stimmung teilt er die Oktave genau in der Mitte und gilt als das instabilste Intervall. Im Dominantseptakkord treibt er die Auflösung.

Halbtöne
6
Verhältnis (rein)
45:32, gleichstufig √2
Gitarre
6 Bünde Abstand
Besonderheit
seine Umkehrung ist wieder ein Tritonus

Diabolus in Musica

Der Tritonus besteht aus drei Ganztönen übereinander. Wegen seines spannungsgeladenen, instabilen Klangs vermied man ihn im Mittelalter im Tonsatz oft; der Beiname „Diabolus in Musica“, der Teufel in der Musik, ist erst aus dem 18. Jahrhundert belegt. Mit dem komplexen Verhältnis 45:32 liegt er fast in der Mitte der Oktave (590 statt 600 Cent); erst in gleichstufiger Stimmung (√2) teilt er sie exakt in zwei gleiche Hälften. Seine Umkehrung ist wieder ein Tritonus: 6 + 6 sind 12 Halbtöne. Damit ist er das einzige Intervall, das mit sich selbst symmetrisch ist.

In gleichstufiger Stimmung ist er das Verhältnis der Quadratwurzel aus zwei, und es gibt keine gemeinsame Periode der beiden Schwingungen. Deshalb bleibt er schwebend und unentschieden.

Tritonus h–f

h f

Sechs Halbtöne: drei Ganztöne. Im Dominantseptakkord G7 bilden die große Terz h und die kleine Septime f diesen Tritonus.

Der Spannungspunkt der Harmonik

Gerade seine Spannung macht ihn unentbehrlich. Im Dominantseptakkord, etwa G7 (g–h–d–f), bilden die große Terz h und die kleine Septime f einen Tritonus. Dieser eingebaute Spannungspunkt ist die treibende Kraft der tonalen Musik: Er verlangt nach Auflösung in die Tonika, das h zieht nach c, das f nach e. Das erklärt der Artikel Der Leitton.

Im Jazz und in der Musik des 20. Jahrhunderts wird der Tritonus bewusst als Spannungsklang eingesetzt.

Auf der Gitarre

Sechs Bünde Abstand: Greifst du die hohe E-Saite (329,63 Hz) im 6. Bund, klingt b. Der Tritonus lässt sich nicht als einfacher Naturton produzieren, sein Verhältnis liegt nicht in der natürlichen Obertonreihe. Er gilt als eines der dissonantesten Intervalle und ist in gewisser Weise ein „künstliches“ Intervall, das erst durch die Konstruktion der Tonleiter entsteht.

Zum Üben: Im Intervall-Hörtraining kommen die Tritonus-Fälle zuletzt dazu, nach den Sekunden. Spiele G7 und löse nach C auf: Höre, wie h nach oben und f nach unten ziehen.

Häufige Fehler

  • Tritonus mit Quinte verwechseln: Sechs statt sieben Halbtöne.
  • Als bloßen Missklang abtun: Er ist der Motor der Kadenz.
  • Name vergessen: Je nach Schreibweise heißt er übermäßige Quarte oder verminderte Quinte.