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Harmonik

Ganzschluss

Der Ganzschluss, auch authentische Kadenz, führt von der Dominante zur Tonika: in Dur V–I, in Moll V–i. Er ist der stärkste, endgültigste Schluss, denn der Leitton der Dominante zieht zwingend in den Grundton der Tonika.

Folge in Dur
V–I, in C-Dur G–C
Folge in Moll
V–i, in a-Moll E–Am
Wirkung
stärkster, endgültigster Schluss
Vollkommen
beide Akkorde in Grundstellung, Grundton oben im Sopran
Vergleich
Trugschluss

V–I

Die Seite Kadenzen beschreibt die authentische Kadenz, den Ganzschluss: Sie geht von der Dominante zur Tonika, in Dur V–I, in Moll V–i. Sie ist der stärkste, endgültigste Schluss, der Leitton der Dominante zieht zwingend in den Grundton der Tonika. Die Seite Akkorde nennt als Grundbewegung der Harmonik die Kadenz Tonika–Subdominante–Dominante–Tonika, I–IV–V–I.

AmiEVAmi
CIGVCI

In Moll braucht der Schluss den Leitton: Im natürlichen Moll ist die fünfte Stufe ein Mollakkord, dem er fehlt, deshalb wird die siebte Stufe erhöht und die Dominante zum Durakkord. Siehe Harmonisches Moll und Der Leitton.

Vollkommen oder unvollkommen

Laut Seite Kadenzen verlangt ein vollkommener Ganzschluss beide Akkorde in Grundstellung und den Grundton der Tonika zuoberst im Sopran: Nur dann wirkt der Schluss restlos geschlossen. Liegt eine Umkehrung vor oder steht im Sopran die Terz oder Quinte, spricht man vom unvollkommenen Ganzschluss, ebenfalls ein Schluss, aber mit etwas Restspannung. Der Artikel Die Terz als Schalter erklärt, warum für einen festen Schlussakkord die Grundstellung genommen wird. Siehe Grundstellung.

SchlussFolgeWirkung laut Seite Kadenzen
GanzschlussV–I (Moll V–i)stärkster, endgültigster Schluss
PlagalschlussIV–Iweicher, feierlicher, „Amen-Schluss“
Halbschlussendet auf Voffen, wie ein Fragezeichen
TrugschlussV–vienttäuschte Erwartung
Selbst ausprobieren: Spiele G – C und danach G – Am. Der erste Schluss ist ein Ganzschluss, der zweite ein Trugschluss. Die Seite Kadenzen lässt beide hören.

Im Notenbild

Gitarre

Häufige Fehler

  • Ganzschluss und Plagalschluss verwechseln: Der Ganzschluss kommt von der Dominante, der Plagalschluss von der Subdominante.
  • In Moll den Leitton vergessen: Ohne gis klingt E–Am schwächer.
  • Jeden Schluss für endgültig halten: Ein Halbschluss oder Trugschluss lässt die Phrase offen.