Grundstellung
Der Grundton liegt im Bass — die stabilste Lage eines Akkords.
Was es bedeutet
Ein Akkord steht in Grundstellung, wenn sein Grundton der tiefste klingende Ton ist. Das ist die stabilste Lage: Der Grundton trägt den Klang, und die übrigen Töne ordnen sich darüber so, wie es der Obertonreihe entspricht. Welcher Ton oben liegt, spielt dafür keine Rolle — entscheidend ist allein der Bass.
Im Notenbild
In der Generalbassbezifferung erhält der Dreiklang in Grundstellung keine Ziffer; das Fehlen einer Angabe bedeutet also Grundstellung. Der Septakkord in Grundstellung wird mit 7 beziffert. In der Stufen- und Funktionsbezeichnung erscheint die Grundstellung ohne Zusatz, während Umkehrungen eigens angezeigt werden.
Musikalische Verwendung
Wegen ihrer Stabilität ist die Grundstellung die Lage für Schlüsse. Die vollkommene Kadenz verlangt, dass Dominante und Tonika in Grundstellung stehen, mit dem Grundton im Bass und der Tonika in der Oberstimme; erst dann wirkt der Schluss vollständig. Auch Abschnittsanfänge stehen häufig in Grundstellung.
Im Verlauf eines Satzes dagegen würde eine Folge lauter Grundstellungen schwer und sprunghaft klingen, weil der Bass dann stets die Grundtöne trägt und sich in großen Intervallen bewegt. Umkehrungen erlauben einen Bass, der schreitet statt springt, und verbinden die Klänge geschmeidiger. Die Kunst des Satzes liegt im Wechsel.
Im vierstimmigen Satz wird in Grundstellung in der Regel der Grundton verdoppelt, weil er den Klang am festesten stützt.
Abzugrenzen ist die Grundstellung von der engen oder weiten Lage, die die Verteilung der Oberstimmen betrifft und davon unabhängig ist.
Die Grundstellung ist am Schluss von Kadenzen die Regel, weil sie den stärksten Abschluss erzeugt. Umkehrungen dagegen führen weiter und machen die Bassstimme melodisch. Im Generalbass steht bei der Grundstellung keine Ziffer oder eine 5/3, bei den Umkehrungen die entsprechende Bezifferung. ## Spielpraxis
Gib dem Grundton im Bass Gewicht, besonders an Schlüssen — er trägt die Ruhe des Klangs. Höre im Vergleich, wie derselbe Akkord in Grundstellung und in Umkehrung wirkt. Und achte beim eigenen Harmonisieren darauf, Grundstellungen für Zielpunkte aufzusparen.