Bass
Tiefste menschliche Singstimme.
Was es bedeutet
Bass ist die tiefste Singstimme. Ihr Umfang reicht gewöhnlich vom großen E bis etwa zum e', bei manchen Sängern deutlich tiefer. Entscheidend für die Zuordnung ist nicht allein die erreichbare Tiefe, sondern die Farbe und die Tragfähigkeit in der unteren Lage. Unterschieden werden mehrere Typen, unter anderem der seriöse Bass mit dunklem, feierlichem Klang, der Bassbuffo für komische Rollen und der Basso cantante, der beweglicher und heller singt. Das Wort bezeichnet daneben allgemein die tiefste Stimme eines Satzes, unabhängig davon, wer sie ausführt.
Musikalische Verwendung
In der Oper sind Bässe oft Autoritäts-, Vater- oder Priesterfiguren, im komischen Fach auch Diener und Intriganten; in Oratorium und Kirchenmusik tragen sie gewichtige Arien und erzählende Partien. Im Chor bildet die Bassstimme das harmonische Fundament: Sie bestimmt, in welcher Lage ein Akkord steht, und trägt damit mehr Verantwortung für den Gesamtklang, als ihre oft einfache Linie vermuten lässt. Der Zusammenhang mit dem Generalbass der Barockzeit ist unmittelbar — dort wird aus derselben Linie die gesamte Harmonie abgeleitet.
Spielpraxis
Baue die Tiefe über einen ruhigen, tief gestützten Atem auf, nicht über Drücken; eine gepresste Tiefe klingt laut im eigenen Kopf und leise im Saal. Arbeite an klarer Artikulation, weil Textverständlichkeit in tiefer Lage schwieriger ist. Übe den Übergangsbereich zur Höhe sorgfältig, damit die Stimme oben nicht eng wird. Wähle Repertoire nach der Farbe deiner Stimme und nicht nach der erreichbaren Tiefe. Im Chorgesang hör auf die Intonation der Terz über deinem Grundton und halte die eigene Linie stabil, weil die Gruppe sich daran ausrichtet.
die Bassstimme im Chor die Harmonie festlegt: Eine zu tief genommene Terz oder ein unsicherer Grundton wirkt sich auf alle anderen Stimmen aus. Höre deshalb bewusst nach oben und halte die eigene Linie stabil. Für die Tiefe braucht es Ruhe statt Kraft; ein gepresster Ton klingt im eigenen Kopf laut und im Saal leise. Prüfe bei Opernpartien, wie viel Zeit sie in der Mittellage verbringen, denn dort entscheidet sich die Belastung, nicht an den Extremtönen.